Zehn Anbieter ohne Extra-Gebühren im Check: Kein Wettschein ist gratis
Kein Betreiber eines Sportwettenscheins verlangt eine Gebühr für das Setzen selbst. Das heißt nicht, dass ein Schein kostenlos wäre.

Unter jedem Einsatz liegt eine Steuer, und in jeder Quote steckt ein Aufschlag. Der Sportwettensteuer-Satz von 5,3 % bezieht sich auf den Betrag, den der Wettende eingezahlt hat, abzüglich der Steuer selbst (Bemessungsgrundlage nach §§ 17, 18 RennwLottG) — umgerechnet rund 5,03 % des eingesetzten Betrags. Wer wissen will, ob ein Anbieter günstig ist, muss deshalb auf zwei Dinge schauen: darauf, ob er diese Steuer im Einsatz, in der Quote oder in der Auszahlung versteckt, und darauf, was zwischen Einzahlung und Auszahlung an Bearbeitungszeit und Entgelten hängt.
Stand: 30. Oktober 2026; Abgleich der Erlaubnisse über die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.
Zahlungsabwicklung: Wo die Gebühren wirklich sitzen
Bei den geprüften Anbietern findet sich in den Zahlungsbedingungen kein Posten für eine Ein- oder Auszahlungsgebühr. Aber „keine Bearbeitungsgebühr“ ist keine Aussage über Kostenfreiheit. Zu prüfen sind stattdessen der Zahlungsweg und die Zeit, die zwischen Antrag und Gutschrift liegt.
Beginne mit der Einzahlung. Sportwetten ohne Gebühren setzt voraus, dass der Betreiber nichts abzieht. Bei AdmiralBet liegt die Mindesteinzahlung laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen je nach Zahlungsmethode bei 5 € oder 10 €. Bei Wettarena sind es 10 € für alle Einzahlungsmethoden. Bei beiden heißt das nicht, dass in dieser Höhe auch gleich gesetzt werden kann — Einzahlungen dürfen erst ausgezahlt werden, nachdem sie eingesetzt wurden. Das ist der Kern der Sache: Der Betrag, der als „kostenlos“ angekündigt wird, ist zunächst ein Einsatz, der noch durch die Umsatzbedingungen der Betreiber muss. Wer eine Wette setzen will, ohne zu spielen, wird sie nicht setzen können. Das ist keine Gebühr im engeren Sinn, die Wirkung ist aber dieselbe: Die Einzahlung ist an ein Produkt gebunden, nicht frei.
Bei der Auszahlung sieht die Lage sauberer aus. Bei Oddset liegt die Mindestauszahlung bei 10 €, der Betrag geht in 2 bis 4 Werktagen auf Debit- oder Kreditkarte, in bis zu 8 Stunden auf ein eWallet wie PayPal, Skrill oder Neteller und in 3 bis 5 Werktagen per Banküberweisung — Bearbeitungsgebühren fallen keine an. Bei Sportingbet gilt dieselbe Staffel. Bei bpremium ebenfalls: 10 € Mindestauszahlung, bis 8 Stunden auf ein eWallet, 3 bis 5 Werktage per Überweisung, keine Bearbeitungsgebühr. Bei AdmiralBet sind es werktags innerhalb von 24 Stunden; der Zahlungsanbieter kann allerdings eigene Gebühren berechnen, und das ist der Punkt, an dem ein Vergleich zweier Anbieter auseinanderläuft, ohne dass einer von beiden etwas falsch macht. Der Weg, den der Wettende wählt, entscheidet über die Kosten, nicht allein der Name des Buchmachers.
Diese Zahlungswege sind der eigentliche Hebel. Wer 200 € über ein eWallet abzieht, wartet bei Oddset höchstens 8 Stunden. Wer dieselben 200 € per Banküberweisung abzieht, wartet 3 bis 5 Werktage. Kein Cent Unterschied, aber drei Werktage Unterschied. Und bei Oddset wird jede Auszahlung zuerst von der Finanzabteilung geprüft, was bis zu 48 Stunden dauern kann. Auszahlungen sind außerdem nur über eine Zahlungsmethode möglich, die bereits für eine Einzahlung genutzt wurde, und Gewinne lassen sich nur auf eine verifizierte Zahlungsmethode auszahlen. Wer also eingezahlt hat, ohne die Methode vorher zu prüfen, entdeckt das erst am Ende, wenn er an sein Geld will.
Zahlungsarten, Prüfzeiten und Auszahlungstempo im Vergleich
Wettarena nennt als Zahlungsmethoden PayPal, Kreditkarte (VISA und Mastercard), Onlineüberweisung, Cashtocode, Much Better, Paysafecard, Skrill, Klarna Sofort, Neteller, paylado und Arenapay — eine breite Palette, die auffällt, weil sie auch Dienste abdeckt, die sich nicht auf jedem deutschen Wettanbieter finden. Betano nennt für Ein- und Auszahlung unter anderem Apple Pay, Google Pay, PayPal, Klarna Sofortüberweisung, Betano Cash und Kreditkarten. Bei Winamax gilt vor Abschluss der Registrierung ein Einzahlungslimit von 100 €; Auszahlungen sind in dieser Zeit nicht möglich, und die Registrierung muss innerhalb von 72 Stunden abgeschlossen werden. Das ist keine Gebühr, es ist eine Sperre: Das Geld ist einen Tag lang nicht verfügbar, und wer das nicht weiß, hält den Anbieter für langsam, obwohl er nur seine Regeln anwendet.
Die folgende Übersicht stellt die Punkte nebeneinander, die den tatsächlichen Aufwand bestimmen: Mindestbeträge, Prüfzeiten, Bearbeitungsentgelte, Auszahlungsdauer und den Hinweis, ob der Anbieter eine Kostenposition überhaupt ausweist.
| Anbieter | Mindestauszahlung | Bearbeitungsentgelt | Auszahlungsdauer | Prüf-/Bearbeitungshinweis |
|---|---|---|---|---|
| Wettarena | — | kein Entgelt ausgewiesen | — | Mindesteinzahlung 10 € für alle Einzahlungsmethoden |
| Winamax | — | — | — | Registrierung innerhalb von 72 Stunden abzuschließen; vorher Einzahlungslimit 100 € und keine Auszahlung |
| Sportwetten | — | — | — | Einzahlungsbonus laut eigenen Bedingungen |
| bpremium | 10 € | keine Bearbeitungsgebühren | eWallet bis 8 Stunden, Karte 2 bis 4 Werktage, Überweisung 3 bis 5 Werktage | Bonusgewinne erst nach Umsatzbedingungen |
| Tiptorro | — | — | — | — |
| bet365 | — | — | — | Wett-Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben |
| bwin | — | — | — | — |
| Sportingbet | 10 € | keine Bearbeitungsgebühren | eWallet innerhalb von 8 Stunden, Karte 2 bis 4 Werktage, Überweisung 3 bis 5 Werktage | Prüfungen des Zahlungs-Teams können die Zeitrahmen verlängern |
| Tipico | — | — | — | — |
| Betano | — | — | — | Auszahlung laut Zahlungsbedingungen der App-Beschreibung |
Die leeren Zellen sind kein Zufall und kein Fehler in der Tabelle. Sie sagen aus, dass der jeweilige Anbieter an dieser Stelle des Vergleichs keinen Betrag nennt, der sich verallgemeinern ließe. Die vier Anbieter mit einem konkreten Auszahlungswert in dieser Übersicht sind Oddset, Sportingbet, bpremium und AdmiralBet — sie alle nennen 10 € als Mindestbetrag und unterscheiden sich erst bei der Dauer und beim Prüfweg. Oddset und Sportingbet liegen bei der Dauer praktisch gleich, AdmiralBet schneidet bei der reinen Bearbeitungszeit besser ab, weil werktags innerhalb von 24 Stunden ausgezahlt wird, und schlechter bei der Erstprüfung, die je nach Zahlungsart 6 bis maximal 48 Stunden dauern kann. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der Reihenfolge: Erstprüfung langsam, danach schnell.
Was ein Vergleich mit Krypto-Diensten an dieser Stelle anrichtet, sei kurz eingeordnet. Es gibt keine seriöse Gegenüberstellung, weil im deutschen Erlaubnisrahmen keine Kryptowährung akzeptiert wird. § 6b Abs. 4 GlüStV lässt Ein- und Auszahlungen nur über ein Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut zu, anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Genau dieser Mechanismus hält Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Sportwettenmarkt heraus. Wer Anbieter mit Krypto-Zahlung nach Gebühren sortiert, vergleicht Anbieter, die in diesem Markt keinen Schein ausgeben dürfen. Die niedrigere Einzahlungsgebühr eines solchen Dienstes ist also ein Preis, den der Wettende mit dem Verlust eines Konto-Zugangs bei den deutschen Behörden bezahlt.
Grundlagen: Welche Kosten bei einer Sportwette überhaupt anfallen
Wer die Kosten eines Scheins berechnen will, muss drei Ebenen trennen, die oft in einen Topf geworfen werden. Die erste ist die Steuer, die der Veranstalter schuldet. Die zweite ist der Quotenaufschlag, den der Anbieter in jedes Angebot einrechnet. Die dritte sind die Entgelte für Ein- und Auszahlung, die der Anbieter erhebt oder eben nicht.

Die zweite Ebene wird beim Blick auf den Schein sichtbar. Quotenschlüssel oder Auszahlungsquote ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt — die Formel lautet 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge eines Marktes, der Quotenaufschlag ist 100 % minus dieser Wert. Dasselbe als Beispiel: Bei einer Zwei-Weg-Wette mit den Quoten 1,90 und 1,90 ergibt die Rechnung 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95, also einen Quotenschlüssel von 95 % und einen Aufschlag von 5 %. Die Formel funktioniert auch bei drei Ausgängen: Bei Quoten von 1,80, 3,50 und 4,50 liegt das Ergebnis bei rund 90 %, der Aufschlag bei etwa 10 %. Der Wettende zahlt den Aufschlag nicht als Rechnungsposten, er steckt schon in der Quote, mit der er es zu tun hat. Und er zahlt ihn bei jedem Schein, auch bei einem, für den keine Bearbeitungsgebühr berechnet wird.
Das ist der Kernpunkt der ganzen Frage. Ein Anbieter ohne Einzahlungsgebühr ist nicht ein Anbieter ohne Kosten. Die Rechnung mit dem 5-%-Aufschlag zeigt, was ein Betrag von 100 € über eine Serie von Einsätzen kostet: Bei einem Satz von 10 Einsätzen à 10 € mit einem Aufschlag von 5 % liegen nach zehn Wetten im Durchschnitt 95 € zurück, unabhängig davon, ob der Anbieter eine Gebühr nennt oder nicht. Das ist ein statistischer Durchschnitt über viele Wetten, kein garantierter Wert für einen einzelnen Spieler, und es ist kein schlechter Wert — die Marge ist ein Preis für ein Produkt, keine Strafe. Sie ist nur der einzige Kostenposten, der auf jeden Fall anfällt.
Die dritte Ebene ist die übersichtlichste und wird am häufigsten missverstanden. Bei den geprüften Anbietern erheben Oddset, Sportingbet, bpremium und AdmiralBet nach ihren eigenen Zahlungsbedingungen keine Bearbeitungsgebühren für Auszahlungen. AdmiralBet weist allerdings darauf hin, dass der Zahlungsanbieter eigene Gebühren berechnen kann. Der Unterschied ist wichtig: Was der Wettanbieter nicht nimmt, kann die Bank trotzdem nehmen.
Rechtslage: Wer die Sportwettensteuer schuldet und wer sie trägt
Zuständig für den Erlaubnisrahmen ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale), tätig nach dem GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV und überwacht den Markt nach § 28a. Die amtliche Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist der einzige belastbare Nachweis einer Erlaubnis. Die Liste zum Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwettenerlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Eine .de-Domain allein beweist nichts, doch jede gelistete Domain ist eine .de-Domain. Eine Ernährungs-Erlaubnis läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1; in der Liste stehen nur Erteilungsdaten, kein Enddatum.

Die Steuer ist eine eigene Sache, und sie ist der Punkt, an dem sich die Frage nach einem kostenlosen Schein entscheidet. Der Sportwettensteuer-Satz von 5,3 % bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz, den der Wettende entrichtet hat, abzüglich der Steuer“ nach §§ 17, 18 RennwLottG, das sind rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist nach § 19 RennwLottG der Veranstalter der Wette, nicht der wettende Kunde. Ob und wie der Veranstalter die Steuer weitergibt, ist seine eigene Entscheidung — im Einsatz, in der Quote oder beim Gewinn. Festzuhalten bleibt: Wer 10 € einzahlt, zahlt auf die Wette selbst 5,3 % des Nettoeinsatzes nicht aus eigener Tasche; der Anbieter führt sie ab. Ob er sie am Kunden wieder hereinnimmt, verrät ihm dessen Quoten- und Auszahlungsverhalten.
Die Steuer fällt übrigens auch bei nicht lizenzierten Angeboten an. Eine gezahlte Steuer ist kein Beleg für eine Erlaubnis. Wer also die Sportwettensteuer als Beweis dafür nimmt, dass ein Anbieter ordentlich arbeitet, zieht den falschen Schluss.
Ein besonders krasses Beispiel für den Kostenunterschied zwischen zwei Anbietern liefert Oddset. Nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhebt Oddset bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % — als Quotenabschlag — auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette. Nach Abzug dieser Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn. Das ist kein versteckter Aufschlag wie eine Marge, sondern eine offen ausgewiesene Gebühr, und sie trifft nur die Gewinne. Ein Gewinn von 100 € brutto kommt als 95 € an. Bei einer Wette mit 10 € Einsatz und Quote 2,00 bleibt damit ein Nettoertrag von 90 €, während der Bruttogewinn 100 € betragen hätte. Wer häufig kleinere Wetten setzt, sieht in der Abrechnung 5 % fehlen und sucht den Fehler beim Zahlungsdienstleister. Der Fehler liegt nicht dort.
Und es gibt einen zweiten Weg zu Rückzahlungen, der in Deutschland gerade geordnet wird. Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist eine rechtliche Einschätzung, kein Anspruch. Ein zugesprochener Betrag für einen Kläger bedeutet nicht, dass derselbe Weg für jeden aufgeht.
Was von einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zu halten ist, steht im Gesetz. Wer in Deutschland Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Die Behörde warnt ausdrücklich vor solchen Angeboten; am 17. September 2026 hat sie Verbraucherinnen und Verbraucher vor der Teilnahme an illegalen Angeboten wie Platincasino gewarnt. Wer dort spielt, bekommt weder den Schutz der Sperrdateien noch einen deutschen Rückgriff. Was auf der Habenseite steht, ist eine höhere Einzahlungsgrenze — möglich, rechtlich aber ohne Rückhalt.
Hier kommt der Kostenbegriff an seine Grenze. Ein Anbieter ohne Erlaubnis kann im Einzelfall bessere Zahlen liefern: lockere Live-Märkte, keine regionalen Einzahlungslimits, mitunter höhere Quoten. Was er nicht liefert, ist ein Weg, im Streitfall zu seinem Geld zu kommen. Für einen Spieler, der eine Auseinandersetzung um 200 € im Zweifel selbst tragen würde, ist das irrelevant. Für einen, der eine Auseinandersetzung um 2.000 € ohne Rechtsweg führen müsste, ändert es die ganze Kalkulation.
Verantwortung: Gebührenfrei heißt nicht verlustfrei
Der gefährlichste Kostenfaktor beim Wetten steht in keiner Gebührenübersicht. Wer sich an einem Abend 100 € zurückholt, hat nicht 100 € gewonnen — er hat 100 € weniger verloren als möglich. Die Nullgebühr auf dem Schein verleitet dazu, den Vorgang als neutral zu lesen. Er ist es nicht.
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt, § 4 Abs. 3 GlüStV. Pro Anbieter ist ein Konto vorgesehen, mit vollständiger Verifizierung nach § 6a GlüStV. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang eine Teilnahme ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Genau diesen Mechanismus beschreibt Winamax selbst: Registrierung innerhalb von 72 Stunden, vorher Einzahlungslimit 100 € und keine Auszahlung. Wer in dieser Phase schnell einen Schein setzen will, merkt erst danach, dass er 72 Stunden lang an einen Anbieter gebunden ist.
Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in Ausnahmefällen 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Eigenerklärung reicht dafür nicht. Ein niedrigeres Limit greift sofort, eine Erhöhung erst nach 7 Tagen. Das parallele Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei ausgeschlossen.
Die Sperroptionen sind das eigentliche Gegenmittel gegen Kosten, die aus Gewohnheit entstehen. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV, das bei Registrierung und Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens 3 Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens 1 Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Wer sich an einem Abend ertappt und trotzdem weiterlädt, findet hier die schnellste Bremse, die ein deutsches Konto hat. Bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ist sie nicht angeschlossen: weder OASIS noch LUGAS.
Ein Wort zum Guthaben. Spielergelder liegen nach § 6b Abs. 6 und 7 GlüStV auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Das ist der stärkste Kostenbeleg für den regulierten Markt und wird selten genannt. Wer eine vierstellige Summe auf einem Konto stehen hat, sollte diesen Punkt kennen.
Die praktische Reihenfolge sieht so aus: erst das Monatslimit setzen, dann einzahlen, dann am Ende einer Sitzung Bilanz ziehen und nicht die Bilanz in einen neuen Schein umwandeln. Was als Kostenkontrolle funktioniert, ist nicht die Wahl des Anbieters, sondern die Grenze, die der Spieler sich selbst setzt.
Einordnung: Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Überblick
Die geprüfte Gruppe umfasst zehn Marken, deren Sportwetten-Domain auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht, Stand 2. Oktober 2026. Das ist keine Rangliste und keine Empfehlung, sondern die Grundgesamtheit dieser Übersicht; die Reihenfolge ist die der Übersicht und sagt nichts über die Güte aus. Jede Marke wird nur mit den eigenen deutschen Bedingungen beschrieben.
Die Tabelle nennt den Erlaubnisstatus nach Whitelist, den Inhaber der Erlaubnis und das Datum der Ersterteilung für die Sportwetten-Domain. Damit lässt sich ablesen, wie lange ein Anbieter im deutschen Rahmen tätig ist, und ob die Domain im richtigen Erlaubnistyp steht. Die Liste zeigt nur Erteilungsdaten, kein Enddatum; eine Ersterlaubnis läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1 GlüStV. Eine Marke mit einer Slot-, Poker- oder Casino-Erlaubnis bekommt damit keine Aussage über ihr Sportwettangebot — das sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln.
| Anbieter | Whitelist-Status und Inhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit | Einordnung im Kostenbild |
|---|---|---|---|
| Wettarena | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 | breites Zahlungsangebot, Mindesteinzahlung 10 € für alle Methoden |
| Winamax | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022 | Willkommensangebot ohne Umsatzbedingungen für die Freebets, aber Registrierungsfrist |
| Sportwetten.de | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber NetX Betting Limited | 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022 | Einzahlungsbonus von 100 % bis 100 €, sofort gutgeschrieben |
| bpremium | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 | Bonusgewinne erst nach fünffachem Umsatz von Bonus und Einzahlung, Mindestquote 1,7 |
| Tiptorro | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Torro Tec Limited | 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 | Erlaubnisstatus über die Whitelist bestätigt, Kostenprofil schmal |
| bet365 | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 | Wett-Credits statt Bargeld, Freigabe erst nach Abrechnung von Wetten |
| bwin | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 | langjährig im deutschen Rahmen, Zusatzkosten nur über den Quotenaufschlag |
| Sportingbet | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 | 10 € Mindestauszahlung, eWallet in 8 Stunden, keine Bearbeitungsgebühr |
| Tipico | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Tipico Co. Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 | Ersterlaubnis seit Beginn des deutschen Lizenzmarkts, Rechtsstreit um Altjahre |
| Betano | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 | Live-Streaming an Mindestguthaben gebunden, breite Zahlungsauswahl |
Zehn von zehn Marken dieser Gruppe stehen mit ihrer Sportwetten-Domain in der Liste. Das klingt nach einer niedrigen Hürde, ist aber keine: Die Liste des Stichtags enthält 30 Einträge, davon 27 mit Sportwettenerlaubnis. Der deutsche Markt ist also klein, und die hier versammelten Marken sind nicht die Auswahl aus einem großen Feld, sondern ein erheblicher Teil davon. Wer eine Marke sucht, die hier fehlt, muss zuerst die Whitelist prüfen und nicht die Werbung.
Der Quotenaufschlag ist die Größe, in der sich diese Anbieter am ehesten unterscheiden, und sie steht in keiner der Tabellen. Sie wird am Markt des jeweiligen Anbieters gemessen, nicht am Anbieter selbst. Wer zwei Anbieter vergleichen will, sucht dieselbe Begegnung und denselben Markt und rechnet den Quotenschlüssel aus. Das ist die einzige Zahl, die wirklich aussagt, was ein Anbieter pro Schein nimmt.
Die geprüften Anbieter im Einzelnen
Wettarena: breite Zahlungsauswahl mit klarer Einzahlungsuntergrenze
Wettarena wird auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit einer Sportwetten-Erlaubnis für das Angebot der Marke Wettarena geführt; Inhaber ist die I.B.C. Sportsbetting Limited, Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 15. Dezember 2022. Die Liste weist kein Enddatum aus.
Zahlen lässt sich per PayPal, Kreditkarte von VISA und Mastercard, Onlineüberweisung, Cashtocode, Much Better, Paysafecard, Skrill, Klarna Sofort, Neteller, paylado und Arenapay. Die Mindesteinzahlung liegt bei 10 € für alle Einzahlungsmethoden. Einzahlungen darf der Kunde erst auszahlen lassen, nachdem er sie eingesetzt hat.
Elf Zahlungswege dieser Art sind für den Kostenvergleich doppelt relevant. Erstens: Wer überweist statt per eWallet, tauscht Bequemlichkeit gegen Zeit. Zweitens: Die 10 € gelten einheitlich, was die Kalkulation einfach macht — wer die Untergrenze testen will, kann sie bei jeder Methode gleich testen. Was Wettarena in der Kostenübersicht nicht nennt, ist eine Auszahlungsfrist. Wer sein Geld schnell will, sollte sich die konkrete Angabe vor der Einzahlung holen, nicht danach.
Das Kostenprofil dieser Marke ist auffällig unauffällig: kein Entgelt in der Zahlungsabwicklung, dafür die branchenübliche Bindung der Einzahlung an den Umsatz. Wer nach einem Anbieter sucht, bei dem die Einzahlung nicht schon selbst eine Verpflichtung ist, wird hier nicht fündig. Wer sie ohnehin setzen wollte, findet eine Zahlungsvielfalt, die ihresgleichen sucht.
Winamax: Freebets ohne Umsatzbedingungen, aber mit Frist auf der Registrierung
Winamax steht mit einer Sportwetten-Erlaubnis für das Angebot der Marke Winamax in der Liste; Inhaber ist WINAMAX (Société anonyme), Ersterlaubnis am 29. Juni 2021, Folgeerlaubnis am 8. Dezember 2022. Eine Auszahlung des Guthabens ist jederzeit möglich, sobald die Kontoregistrierung abgeschlossen ist. Vorher gilt ein Einzahlungslimit von 100 €, Auszahlungen sind nicht möglich, und die Registrierung muss innerhalb von 72 Stunden abgeschlossen werden.
Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets — und ohne Umsatzbedingungen für diese Freebets. Diese Bedingungslosigkeit ist in diesem Markt die Ausnahme, nicht die Regel. Was trotzdem gebunden ist, ist die Einzahlung selbst: Sie muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05.
Die Rechnung dahinter ist einfach und unangenehm. Wer 100 € einzahlt und die Umsatzanforderung von einem Umsatz in Höhe der Einzahlung erfüllen will, muss 100 € auf Wetten mit einer Quote von mindestens 1,05 setzen. Das ist keine schwere Hürde, aber es ist eine Hürde. Die zweite Zahl, die zählt, ist die Frist: 72 Stunden für die Registrierung. Wer in dieser Zeit nicht fertig wird, kann nicht auszahlen. Der Freebet-Vorteil ist echt, die Zeitschranke ist echt, und beide stehen in den Bedingungen desselben Anbieters.
Was Winamax damit ist: eine Marke für einen Spieler, der weiß, dass er in den ersten drei Tagen nach der Einzahlung ohnehin aktiv sein wird. Wer dagegen einen Schein auf ein Wochenendspiel plant und sich die Registrierung bis Freitag aufspart, findet sich in einem Konto wieder, aus dem er noch nicht herauskommt.
Sportwetten.de: Einzahlungsbonus mit sofortiger Gutschrift
Sportwetten wird mit einer Sportwetten-Erlaubnis für das Angebot der Marke Sportwetten auf der Liste geführt; Inhaber ist die NetX Betting Limited, Ersterlaubnis am 19. November 2020, Folgeerlaubnis am 16. Dezember 2022.
Das Willkommensangebot ist ein Einzahlungsbonus in Form von Bonusgeld: 100 % der ersten Einzahlung, maximal 100 €, sofort gutgeschrieben nach einer Ersteinzahlung von mindestens 10 €. Maßgeblich ist die erste online getätigte Einzahlung. Sofortige Gutschrift ist eine der sichersten Angaben im gesamten Vergleich — nichts hängt an einem späteren Bearbeitungsschritt, den der Kunde nicht kontrollieren kann.
Der Kostenpunkt liegt darin, was Bonusgeld ist. Es ist keine Auszahlung in Euro, sondern Guthaben, das nach den Bedingungen des Betreibers zu verwenden ist. Wer 100 € einzahlt und 100 € Bonusgeld dazubekommt, hat 200 € auf dem Konto und nicht 100 € auf dem Konto plus 100 € in der Tasche. Der Betrag, der den Anbieter verlässt, ist die erste Zahl, nicht die zweite.
Bemerkenswert ist, wie niedrig die Einstiegshürde ist: 10 € reichen für die Ersteinzahlung. Wer den Anbieter erst testen möchte, kann das mit einem kleinen Betrag tun. Das ist in diesem Vergleich die niedrigste ausgewiesene Einzahlungsuntergrenze neben AdmiralBet, das je nach Zahlungsmethode 5 € oder 10 € nennt. Ein Test für 10 € ist ein Test, den sich fast jeder leisten kann.
bpremium: Bonus, der erst nach fünffachem Umsatz freigespielt ist
bpremium ist ebenfalls mit einer Sportwettenerlaubnis auf der Liste geführt; Inhaber ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited, Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 21. Dezember 2022.
Die Auszahlungsstaffel ist die branchenübliche: Mindestauszahlung 10 €, Debit- oder Kreditkarte in 2 bis 4 Werktagen, eWallet wie PayPal, Skrill oder Neteller innerhalb von 8 Stunden, Banküberweisung in 3 bis 5 Werktagen, ohne Bearbeitungsgebühr.
Die Nachricht steht in den Nutzungsbedingungen und betrifft die Bonusgewinne. Auszahlbar sind sie erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7. Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Die Hürde ist also doppelt: Bonus und Einzahlung werden getrennt umsatzbelegt, und der Umsatz muss auf Wetten mit einer Mindestquote von 1,7 fallen. Ein Spieler, der gern auf Außenseiter mit hohen Quoten setzt, erfüllt das bequem. Wer enge Favoritenquoten spielt, merkt, dass sein Weg zur Auszahlung länger ist als gedacht, weil niedrige Quoten nicht zählen.
Das ist ein Angebot, das im Marketing wie ein Zuschuss aussieht und in den Bedingungen wie eine Aufgabe. Wer 100 € Bonus erhält, muss 500 € Bonusumsatz und zusätzlich 500 € Einzahlungsumsatz vorweisen — 1.000 € an Einsätzen bei Quoten ab 1,7, bevor ein Bonusgewinn zur Auszahlung kommt. Bei einem durchschnittlichen Satz von 10 € sind das 100 Wetten nach dieser Anforderung, und jeder dieser Sätze trägt die Marge des Marktes. Der Bonus ist kein Geschenk, er ist ein Fahrplan.
Tiptorro: App-first mit bestätigtem Erlaubnisstatus
Tiptorro führt ebenfalls eine Sportwettenerlaubnis und wird von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta betrieben, Ersterlaubnis am 30. Juni 2021, Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Die App wird im App Store von derselben Gesellschaft angeboten.
Das ist der eine Punkt, an dem ein Anbieterprofil in dieser Gruppe am schnellsten zu prüfen ist: Der Name auf der Whitelist und der Name im App-Store-Eintrag sind derselbe. Wer die App lädt, muss nicht raten, wer dahintersteht. Das ist keine Selbstverständlichkeit; viele Marken treten unter einem Firmennamen auf, der mit dem beworbenen Namen nur entfernt zu tun hat.
Was das Kostenbild angeht, bleibt das Profil schmal. Wer Tiptorro wählt, wählt eine App-Erfahrung und keine Zahlungsabwicklung mit den günstigsten Bedingungen im Feld. Für einen Spieler, der ohnehin mobil setzt und den Weg zum Browser scheut, kann das die richtige Wahl sein. Wer vor allem an Auszahlungen denkt, findet bei anderen Anbietern der Gruppe konkretere Zusagen.
bet365: Wett-Credits statt Bargeld und die Frage, wann sie frei werden
bet365 ist ebenfalls mit einer Sportwettenerlaubnis gelistet; Inhaber ist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022.
Das Unternehmen bewirbt für Neukunden auf seiner deutschen Seite bis zu 100 € in Wett-Credits. Die Wett-Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Der letzte Punkt ist der teure. Ein Wett-Credit, mit dem ein Gewinn erzielt wird, zahlt diesen Gewinn ohne den Einsatz aus: Aus 10 € Credit und einer Quote von 2,00 werden nicht 20 € gutgeschrieben, sondern 10 €. Die Freigabe ist an Abrechnung von Wetten in Höhe der Einzahlung gebunden — das ist die Umsatzhürde, und sie ist an den Einsatz des Kunden gekoppelt, nicht an einen separaten Bonusbetrag.
Auch der Name der Sache verdient einen zweiten Blick. Ein Credit ist keine Wette ohne Kosten; er ist ein Spielguthaben mit einer Auszahlungsregel, die den Einsatz ausschließt. Wer 100 € einzahlt und 100 € Credit bekommt, hat 100 € in Credits, die er erst freispielen muss, und deren Gewinne ohne den Credit-Einsatz ausbezahlt werden.
Für einen Spieler mit klarer Vorstellung vom Ablauf — einzahlen, Umsatz abrechnen, Credits erhalten, weiter setzen — ist das handhabbar. Wer einen Bonus als Preisgeld versteht, das ihm gehört, sobald es auf dem Konto steht, versteht das falsch. Und für diesen Anbieter gilt wie für jeden anderen in dieser Gruppe: Bei einem Gewinn in Höhe von 100 € brutto entscheidet die Wette, nicht die Werbung, was davon übrig bleibt.
bwin: langer deutscher Erlaubnisstand mit unverändertem Grundprinzip
bwin ist ebenfalls mit einer Sportwettenerlaubnis eingetragen; Inhaber ist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 23. Dezember 2022.
Seit der Ersterlaubnis im Gründungsjahr des deutschen Lizenzregimes hat sich am Grundprinzip nichts geändert: Der Anbieter nimmt kein Entgelt für Ein- und Auszahlung, und die Kosten stecken im Quotenaufschlag und in der Steuer, die sein Haus abführt. Wer die Preiswürdigkeit dieses Anbieters beurteilen will, hat in den Zahlungsbedingungen wenig zu lesen und in den Quoten alles.
Bemerkenswert ist die Rolle des Inhabers im Kostenbild. Die bwin (Deutschland) Limited ist eine deutsche Landesgesellschaft eines internationalen Konzerns. Dass die Erlaubnis auf diese Gesellschaft lautet und nicht auf die Marke, ist bei einem Vergleich der Punkt, an dem eine Verwechslung am teuersten wird: Wer einen Casino-Fall über eine Schwesterseite mit dem Sportwettenangebot verwechselt, zieht falsche Schlüsse über Beträge, Limits und Beschwerdewege.
Was bleibt, ist eine Marke mit langer Liste-Zugehörigkeit und ohne auffällige Kostenposition. Wer einen Anbieter ohne Überraschungen in der Abwicklung will, findet hier einen. Wer den günstigsten Aufschlag sucht, muss ihn am Markt messen — bei dieser Marke genauso wie bei jeder anderen.
Sportingbet: 10 € Mindestauszahlung und klare Zeitrente nach Zahlungsweg
Sportingbet ist ebenfalls mit einer Sportwettenerlaubnis auf der Liste geführt; Inhaber ist die Sportingbet (Deutschland) Limited, Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 21. Dezember 2022.
Bei der Auszahlung gilt eine Mindestgrenze von 10 €. Per Debit- oder Kreditkarte vergehen 2 bis 4 Werktage, per eWallet wie PayPal, Skrill oder NETELLER wird innerhalb von 8 Stunden ausgezahlt, eine Banküberweisung dauert 3 bis 5 Werktage. Bearbeitungsgebühren fallen nicht an. Prüfungen des Zahlungs-Teams können die genannten Zeitrahmen allerdings verlängern.
Der letzte Satz ist der wichtigste des Profils. Wer eine Auszahlung für Freitagabend plant und dafür den Kartenweg wählt, hat zwei bis vier Werktage plus die Möglichkeit einer Prüfung vor sich. Wer denselben Betrag über ein eWallet abzieht, ist in unter einem Tag durch. Es wird keine Bearbeitungsgebühr berechnet — aber die Zeit ist auch ein Preis, und die Höhe dieses Preises bestimmt der Kunde mit seiner Wahl der Methode. Ein Anbieter, der beide Wege anbietet, überlässt seinem Kunden die Entscheidung, ob er Zeit oder Bequemlichkeit bezahlt.
Die 10 € als Untergrenze sind im Feld einheitlich und für einen Spieler mit kleinen Auszahlungen eine relevante Größe: Wer einen Restbetrag von 7 € auf dem Konto hat, kommt darunter nicht heraus, ohne weiter zu spielen oder einzuzahlen. Das ist dasselbe Muster wie bei Oddset, AdmiralBet und bpremium. Der Betrag ist kein Entgelt, aber er bindet Geld, und wer das nicht weiß, wartet auf eine Auszahlung, die nie ausgelöst wird.
Tipico: Erlaubnis seit dem ersten Tag des deutschen Lizenzmarkts
Tipico ist ebenfalls mit einer Sportwettenerlaubnis eingetragen; Inhaber ist die Tipico Co. Limited, Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 9. Dezember 2022. Die Gesellschaft sitzt im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet.
Ein deutscher Mitgründer und ein maltesischer Sitz sind im Kostenvergleich kein Widerspruch, aber eine nützliche Information: Die Marke kennt den deutschen Markt aus einer Zeit, in der es einen regulierten deutschen Sportwettenmarkt noch nicht gab. Wer heute dort setzt, setzt bei einer Gesellschaft mit deutschem Sportwetten-Angebot in einem Rahmen, den die Behörde in Halle überwacht.
Diese Marke ist auch die, um die sich die einzige juristische Auseinandersetzung in dieser Gruppe dreht, die bis zum Europäischen Gerichtshof gereicht wird. Der Kläger, der vor den Bundesgerichtshof zog, fordert mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Ein Urteil steht aus. Für einen heutigen Kunden ändert das an den Kosten des Scheins nichts, an den Regeln der Auszahlung nichts und an der Erlaubnis nichts — der Streit betrifft Jahre vor dem heutigen Rahmen. Man sollte es trotzdem wissen, bevor man diese Marke in einer Liste der kostengünstigen Anbieter oben einsortiert, weil es ihr Profil in der öffentlichen Wahrnehmung anders zeichnet als die Zahl auf dem Wettschein.
Der praktische Punkt bleibt der gewohnte: Bei einem Gewinn von 100 € brutto entscheidet die Wette, nicht die Werbung, was übrig bleibt, und die Steuer, die der Anbieter abführt, ist in der Quote, mit der man es zu tun hat, bereits verarbeitet.
Betano: Live-Streaming für verifizierte Kunden mit Mindestguthaben
Betano ist ebenfalls mit einer Sportwettenerlaubnis gelistet; Inhaber ist die Betkick Sportsbetting Limited, Ersterlaubnis am 19. Februar 2021, Folgeerlaubnis am 16. Dezember 2022.
Das Live-Streaming steht laut der App-Beschreibung verifizierten Kunden ab einem bestimmten Mindestguthaben zur Verfügung. Als Zahlungsmethoden für Ein- und Auszahlung nennt die Beschreibung unter anderem Apple Pay, Google Pay, PayPal, Klarna Sofortüberweisung, Betano Cash und Kreditkarten.
Das Angebot verdient einen zweiten Blick, denn ein kostenloser Live-Stream ist kein kostenloses Produkt. Das Mindestguthaben, das die App-Beschreibung nennt, bindet Kapital auf dem Konto, das während der Übertragung dort liegen muss. Wer also 50 € auf dem Konto hält, um ein Spiel zu sehen, hat dieses Geld nicht für andere Zwecke. Die App-Beschreibung nennt den Betrag nicht konkret; wer das Angebot nutzen will, liest den genauen Wert in der aktuellen Beschreibung oder in den Bedingungen nach.
Zahlungsseitig deckt die Auswahl mit Apple Pay und Google Pay Wege ab, die auf dem Handy ohne Umweg funktionieren. Wer sein Handy ohnehin als Zahlungsmittel nutzt, muss für die Einzahlung bei dieser Marke keine andere Methode lernen. Bei der Auszahlungsdauer nennt die App-Beschreibung keinen konkreten Zeitrahmen; wer darauf achtet, holt sich die Angabe aus den Zahlungsbedingungen, bevor er einzahlt. Die Erlaubnis ist jedenfalls sauber dokumentiert, und das ist in dieser Gruppe die Mindestvoraussetzung, die man nicht überspringen darf.
Was ein Schein am Ende wirklich kostet
Der Vergleich endet mit einer ernüchternden Bilanz. Kein Anbieter dieser zehn verlangt einen Aufschlag für den Vorgang des Einzahlens oder Auszahlens, und keiner verspricht mehr, als er schriftlich gibt. Was alle gemeinsam haben, ist der Quotenaufschlag, der in der Quote steckt, und die Sportwettensteuer von 5,3 % auf den Nettobetrag des Einsatzes, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Diese beiden Posten sind nicht verhandelbar.
Der einzige Anbieter dieser Gruppe mit einer offen ausgewiesenen Gewinngebühr ist Oddset: 5 % Quotenabschlag auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette, abgezogen vor der Auszahlung des Nettogewinns. Bei einem Bruttogewinn von 100 € bleiben 95 €. Das ist die klarste Kostenzeile, die der Vergleich produziert, und wer bei Oddset mit einer Serie von Fünf- und Zehn-Euro-Wetten arbeitet, sieht diese Linie in jeder Abrechnung.
Ein kostenloser Schein existiert nicht. Aber die Spanne ist größer, als die Werbung vermuten lässt. Wer bei einem Anbieter mit 10 € Mindestauszahlung spielt und über ein eWallet abhebt, hat das Geld in wenigen Stunden und ohne Entgelt. Wer überweist, verliert drei Werktage. Wer eine Registrierung liegen lässt, verliert sein Guthaben für den Rest der 72-Stunden-Frist. Wer eine Wette plant, die von der Abrechnung des Freitagspiels abhängt, lernt den Quotenaufschlag nicht aus einer Tabelle, sondern aus der eigenen Abrechnung.
Der stärkste Kostenhebel ist nicht der Anbieter. Es ist die Zahl der Scheine. Ein Aufschlag von 5 % auf jede Wette ist bei einem Satz von 20 € ein Euro, bei zehn Sätzen von 20 € zehn Euro. In keinem Bonus dieser Gruppe ist ein Mechanismus eingebaut, der diese Rechnung verbessert. Der beste Kostenmanager, den ein Spieler hat, ist die Frage, ob er den nächsten Schein wirklich setzen muss.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es Anbieter, die überhaupt keine Kosten verursachen, wenn man die Sportwettensteuer einrechnet?
Einen vollständig kostenfreien Schein gibt es nicht. Der Sportwettensteuer-Satz von 5,3 % bezieht sich auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer“ und liegt damit bei rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Der Veranstalter schuldet diese Steuer, gibt sie aber möglicherweise über Einsatz, Quote oder Gewinn an den Kunden weiter.
Wie legen die Anbieter die Sportwettensteuer auf Einsatz, Quote oder Gewinn um?
Der Veranstalter entscheidet nach § 19 RennwLottG selbst, ob und wie er die Steuer weitergibt; lizenzierte Anbieter handhaben das unterschiedlich. Oddset erhebt nach den eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen einen Quotenabschlag von 5 % auf den Bruttogewinn. Bei anderen Anbietern steckt die Steuer in der Quote oder im Einsatz statt in einer separaten Zeile.
Nehmen lizenzierte Anbieter Geld für Ein- und Auszahlungen?
Bei Oddset, Sportingbet, bpremium und AdmiralBet erheben die eigenen Bedingungen keine Bearbeitungsgebühren. AdmiralBet weist jedoch darauf hin, dass der Zahlungsanbieter eigene Gebühren berechnen kann. Wer sein Geld per Bank einzahlt, kann also trotz gebührenfreiem Wettkonto Kosten bei seinem Institut oder Zahlungsdienstleister haben.
Wovon hängt die Dauer einer Auszahlung ab, etwa von der Prüfung und vom Zahlungsweg?
Zwei Faktoren entscheiden. Bei Oddset prüft die Finanzabteilung jede Auszahlung, was bis zu 48 Stunden dauern kann; bei AdmiralBet dauert die Erstprüfung je nach Zahlungsart 6 bis maximal 48 Stunden. Danach gilt der Weg: eWallet in bis zu 8 Stunden, Debit- oder Kreditkarte in 2 bis 4 Werktagen, Banküberweisung in 3 bis 5 Werktagen.
Welche Mindestbeträge gelten bei den gängigen Zahlungswegen?
Die Mindestauszahlung liegt bei Oddset, Sportingbet, bpremium und AdmiralBet jeweils bei 10 €. Bei AdmiralBet beträgt die Mindesteinzahlung laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen je nach Zahlungsmethode 5 € oder 10 €, bei Wettarena 10 € für alle Einzahlungsmethoden. Darunter kommt das Guthaben nur über weiteres Spielen heraus.
Zahlungen – Sportwetten-Tipps
Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten-Tipps»
