Wie Anbieter die 5,3 Prozent abrechnen – und wer die Zeche still zahlt
Auf der Suche nach Sportwetten ohne Steuer landet man schnell bei einer Zahl, die im Kleingedruckten steht: 5,3 %. Sie fällt an, und keiner der Anbieter, die sich damit schmücken, nimmt sie aus der Welt. Er entscheidet nur, an welcher Stelle des Wettscheins sie sichtbar wird — oder eben nicht.

Stand: 30. Oktober 2026, geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.
Warum Spielerschutz und Steuerdebatte zwei verschiedene Baustellen sind
Wer nach einem Anbieter sucht, der die Wettsteuer trägt, achtet auf Quoten, Abschläge und Kleingedrucktes. Das ist legitim. Es ist nur kein Kriterium, unter dem ein Anbieter fürsorglicher wird. Die Steuer ist eine Abgabe an den Fiskus; der Spielerschutz ist ein Regelwerk, das der Gesetzgeber über alle Erlaubnisinhaber gleichmäßig gelegt hat. Zwischen beiden Welten gibt es keinen Hebel: Ein Anbieter, der 5,3 % selbst trägt, prüft seine Kundschaft nicht weniger genau, und ein Anbieter, der die Steuer sichtbar ausweist, sperrt nicht schneller.

Am Ende zahlt in beiden Fällen der Spielende. Beim einen aus der Quote, beim anderen aus einem Posten, der daneben steht.
Der Unterschied liegt in der Reihenfolge der Prüfungen vor der ersten Wette, nicht in der Steuer. Wer sich heute in Deutschland anmeldet, gibt seinen Namen, sein Geburtsdatum, seine Adresse und ein Ausweisdokument an. Das ist keine Marotte, sondern die Bedingung dafür, dass ein Sportwettenanbieter überhaupt eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder halten darf. Ein Konto gibt es erst ab 18 Jahren, und ein vollständig verifiziertes Konto gibt es nur einmal pro Person. Die Vollverifizierung vor der Auszahlung betrifft also jeden Spielenden bei jedem der zehn Anbieter mit Erlaubnis — unabhängig davon, wie dieser es mit der Steuer hält.
Zwei Register, die kein Auslandsanbieter führt
Für den Schutz praktisch relevanter als jede Werbebotschaft ist die Frage, ob die eigene Anmeldung an die bundesweiten Dateien angeschlossen ist.
Die Limitdatei LUGAS setzt das monatliche Einzahlungslimit durch. Standardmäßig liegt es bei 1.000 € pro Kalendermonat, gerechnet über alle Anbieter hinweg gemeinsam. Nicht pro Anbieter — über alle. Wer drei Konten hat, hat nicht dreimal 1.000 €. Ein höheres persönliches Limit setzt ein Anbieter nur auf nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit fest; eine Selbstauskunft genügt dafür nicht, und die Anhebung wirkt erst nach sieben Tagen. Eine Senkung greift dagegen sofort.
Die OASIS ist das bundesweite Sperrsystem. Sie wird bei der Anmeldung und bei jedem Login abgeglichen. Wer sich dort sperrt und eine Frist nennt, bleibt mindestens drei Monate draußen; ohne Fristangabe mindestens ein Jahr. Der Panikknopf im Konto verhängt für 24 Stunden eine sofortige Sperre.
Auf einer Seite ohne deutsche Erlaubnis sind beide Register unbekannt. Das ist der praktische Kern des Unterschieds, nicht die Steuer.
Wo Spielende konkret Hilfe finden
Wer merkt, dass der Kontakt zum Konto zu viel Zeit frisst, findet die Anlaufstellen unabhängig vom gewählten Anbieter: bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, bei der Landesstelle für Suchtfragen des eigenen Bundeslandes und — sobald ein Konto bei einem Erlaubnisinhaber besteht — über die Sperr- und Limitfunktionen im Konto selbst. Die Kontoeinstellungen eines Erlaubnisinhabers sind die technische Seite; die Beratung ist eine andere. Beides nebeneinander zu nutzen, ist keine Übertreibung, sondern die normale Reihenfolge.
Die zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Vergleich
Verglichen werden hier Marken, deren Sportwetten-Domain auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Das ist keine Rangliste und keine Empfehlung. Es ist die Menge der Anbieter, deren Umgang mit der Sportwettensteuer überhaupt auf deutschen Regeln beruht — und damit überhaupt vergleichbar ist.
Die Whitelist ist der einzige belastbare Test einer Erlaubnis. Ein .de-Domain beweist nichts; wer sie führt ohne Eintrag, ist damit nicht erlaubt.
| Anbieter | Status auf der Whitelist und Inhaber der Erlaubnis | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| 888sport | Sportwetten-Erlaubnis für 888sport, Inhaber 888 Germany Limited | 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| Betano | Sportwetten-Erlaubnis für Betano.de, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| Tiptorro | Sportwetten-Erlaubnis für Tiptorro.de, Inhaber Torro Tec Limited | 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| LeoVegas | Sportwetten-Erlaubnis für Leovegas.de, Inhaberin LVSports Limited | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | Sportwetten-Erlaubnis für Admiralbet.de, Inhaberin Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| bpremium | Sportwetten-Erlaubnis für Bpremium.de, Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| NEO.bet | Sportwetten-Erlaubnis für NEO.bet, Inhaberin Greenvest Betting Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| Sportingbet | Sportwetten-Erlaubnis für Sportingbet.de, Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| Sportwetten.de | Sportwetten-Erlaubnis für Sportwetten.de, Inhaberin NetX Betting Limited | 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| bwin | Sportwetten-Erlaubnis für Bwin.de, Inhaberin bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
Der Stichtag der Liste ist der 2. Oktober 2026. Wer heute auf eine Marke setzt, sieht dort ein Erteilungsdatum, kein Ablaufdatum — die Whitelist führt keine Enddaten. Das ist bei der Lektüre etwas unbefriedigend, und genau deshalb lohnt der Blick in die Liste vor jedem Konto und nicht in einen Vergleichstext von irgendwann.
Auffällig sind zwei Dinge. Erstens: Die Marken sind fast ausnahmslos Töchter maltesischer Gesellschaften, mit Sitz in Gżira, Ta’Xbiex oder San Giljan. Für die Erlaubnis ist das gleichgültig, für die Frage nach dem Rechtsschutz nicht ganz — der Anbieter sitzt in der EU, die Erlaubnis in Halle (Saale), das Limitkonto in der eigenen Bank. Zweitens: LeoVegas sticht heraus. Die Marke führt ihre Sportwetterlaubnis erst seit dem 21.10.2024, alles andere im Feld läuft seit 2020 oder 2021. Virtuelle Automatenspiele hat dieselbe Betreiberin schon seit dem 27.02.2023 erlaubt — eine Marke, die als Casino bekannt wurde und das Sportbuch später nachgezogen hat.
Noch etwas gehört in die Tabelle hinein, obwohl es keine Spalte füllt: Die Werte gelten für die jeweils gelistete Sportwetten-Domain. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino desselben Halters sagt über das Sportwettenangebot nichts.
Wie die Steuer in der Quote verschwindet
Der klarste Fall für einen versteckten Abschlag ist Interwetten. Nach den eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen trägt das Unternehmen die Sportwettensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz selbst und nimmt zum Ausgleich bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vor. Im Gewinnfall reduziert sich die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn um 5,3 %; Cash-Out-Gewinne sind davon ausgenommen. Vom Einsatz wird nach den AGB nichts abgezogen.
Von außen betrachtet ist das der angenehme Fall: Der Wettschein zeigt den vollen Einsatz, der Gewinn kommt ohne zusätzlichen Posten. Nur passiert der Abzug vorher, an der Quote. Der Anbieter präsentiert eine Zahl, die schon bezahlt ist.
Sportingbet wählt den anderen Weg. Die Wettregeln nennen eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns, also von Einsatz mal Quote, vom Gewinn ein. Hier taucht die Steuer als eigene Zeile auf, und der Name im Regelwerk ist „Steuer“, nicht „Abschlag“.
Dass sich die ausgewiesenen Prozentsätze unterscheiden, liegt an der Bezugsgröße, nicht an unterschiedlicher Belastung. In beiden Regeln steht ein hausgemachter Umgang mit derselben Abgabe.
Was 5,3 % an einer einzelnen Wette bedeuten
Die Zahlen sind klein und werden deshalb selten nachgerechnet. Ein Beispiel mit runden Beträgen zeigt, wo sie landen.
Der gesetzliche Satz ist 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst“ — das sind rund 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags. Wer unter dem Strich also 100 € in eine Wette schiebt, hat 100 € bezahlt und 5,03 € Steuer darin. Diese Steuer schuldet nicht der Spielende, sondern der Veranstalter der Wette.
Bei einer Einzelwette über 100 € zu einer Quote von 2,00 zahlt eine gewonnene Wette 200 € zurück, der Nettoertrag liegt bei 100 €. Ein Anbieter, der nach dem Muster der Interwetten-AGB einen Abschlag von 5,3 % auf die Auszahlungsquote vornimmt, zahlt nicht 200 € aus, sondern 189,40 €. Aus dem Ertrag von 100 € werden 89,40 €. Ein Anbieter, der nach dem Muster der Sportingbet-Wettregeln 5 % vom Bruttogewinn einbehält, kommt auf 190 € und einen Ertrag von 90 €. Bei einem Anbieter, der die Steuer selbst trägt, bleiben 200 € und 100 € Ertrag — bei identischer Wette und identischer Quote.
Das sind Beispielrechnungen, keine Kurse. Die Differenz zwischen den Wegen liegt in diesem Fall zwischen 10 und knapp 11 € je 100 € Ertrag, und sie verschiebt sich mit der Quote: je höher die Quote, desto teurer wird der relative Abschlag auf die Auszahlung. Wer regelmäßig auf Außenseiter setzt, verliert über den Quotenabschlag mehr als derjenige, der Favoriten spielt. Und wer die Steuer als separaten Posten auf dem Wettschein sieht, verliert sie in jedem Fall.
Der zweite Preis: Mindestquoten und Kombizwang
Bei Interwetten lässt sich eine Wette mit einer Quote unter 1,10 nicht als Einzelwette platzieren. Solche Tipps müssen als Kombi- oder Systemwetten gespielt werden.
Das ist ein Nebenschauplatz der Steuerdebatte und trotzdem praktisch wichtiger als die Debatte selbst, weil es das Spielverhalten formt. Die Idee hinter der Regel ist nachvollziehbar: Ein Favoritensieg bei einer Quote von 1,05 ist eher eine Vorauszahlung als eine Wette, und wer den Abschlag auf die Auszahlung nimmt, zahlt bei niedrigen Quoten anteilig mehr. Nur zwingt die Regel niemanden zu einem besseren Tipp. Sie zwingt ihn zu einer zweiten Wette. Wer zwei Favoriten kombinieren muss, die ohnehin beide gewinnen sollten, multipliziert zwei kleine Wahrscheinlichkeiten zu einer kleineren. Statt einer sicheren Wette mit kleinem Ertrag gibt es eine unsichere mit größerem. Das ist die interessantere Nummer im Kleingedruckten, weil sie nichts kostet und mehr kostet.
Grundlagen: wer die Sportwettensteuer schuldet und wer sie sichtbar macht
Die Sportwettsteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben. Sie hat den Rahmen für alles geschaffen, was die Anbieter seither in den Regeln und Werbetexten schreiben.

Die Mechanik ist kurz. Steuerschuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht die Person, die sie platziert. Die Steuer fällt also auf jeden Fall an, und sie fließt auf jeden Fall an den Fiskus. Ob sie der Anbieter aus seiner Marge begleicht oder an die Kundschaft weitergibt, regelt das Gesetz nicht. Das ist eine unternehmerische Entscheidung, und genau daraus entsteht die Werbung mit „ohne Steuer“.
Drei Wege, dieselbe Abgabe zu bezahlen
Die Varianten sind nicht beliebig viele. Man kann sie an drei Stellen eines Wettscheins anbringen, und mehr Stellen hat er nicht.
Aus der Quote. Der Anbieter trägt die Steuer selbst, rechnet sie aber in seine Quotengestaltung ein. Interwetten sagt es offen; andere tun es, ohne es zu benennen. Für den Spielenden ist das die unauffällige Variante, weil kein Posten dasteht — abgesehen vom Hinweis bei der Einzelwettenschwelle.
Als Abzug vom Gewinn. Die Steuer wird bei gewonnenen Wetten von der Auszahlung einbehalten und auf dem Wettschein als Posten geführt. Sportingbet zeigt das im eigenen Regelwerk, Betway nennt sie im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigenen Posten neben den ausgewählten Spielen und dem jeweiligen Wettsystem.
Als ausgewiesener Zuschlag zum Einsatz. Wettarena geht den dritten Weg: Nach den spielrelevanten Informationen fallen außer dem Wetteinsatz sowie der gesondert ausgewiesenen Steuer (5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer) keine weiteren Kosten für die Teilnahme an einer Sportwette an. Man zahlt also sichtbar etwas mehr als den Einsatz, den man im Kopf hat.
Dazu die Gruppe, die die Steuer schlicht trägt und nichts davon schreibt. ODDSET gibt an, weder den Einsatz noch den Gewinn der Spielenden mit einem Steuerabzug zu belegen; Gewinne werden auf den kompletten Einsatz ohne jeden Abzug ausbezahlt. Winamax wirbt auf der eigenen Website mit dem Slogan „0% Wettsteuer und die besten Quoten“.
Zwei Sätze, zwei Genre. Der eine beschreibt einen Mechanismus, der andere verspricht ein Ergebnis. Beide können stimmen; die Güte des einen ist trotzdem nicht die Güte des anderen.
Was der Steueraufwand gesamtgesellschaftlich bedeutet
Die steuerlichen Einnahmen aus Sportwetten gingen in Deutschland im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,2 % auf 409 Millionen Euro zurück. 2013 hatten sie 189 Millionen Euro betragen; die Einnahmen von 2023 lagen damit 116,8 % höher als zehn Jahre zuvor. Im Gesamtbild wird die Sportwettensteuer trotzdem zur Nebensache: Die gesamten Steuereinnahmen aus Glücksspiel betrugen 2023 rund 2,48 Milliarden Euro, ein Minus von 3,6 % gegenüber dem Vorjahr, und allein die Lotteriesteuer machte mit rund 1,77 Milliarden Euro etwa 71 % davon aus.
Wer die 5,3 % für eine große Sache hält, liegt bei seinem einzelnen Wettschein richtig und beim Blick aufs Ganze falsch. Auf Bad Oeynhausen und die Lotterien kommt es an, nicht auf das Sportwettenbuch.
Werbung, die mit Null arbeitet
Wenn ein Anbieter mit 0 % Wettsteuer wirbt, ist damit nie gemeint, dass keine Steuer anfällt. Gemeint ist, dass der Spielende sie an keiner Stelle des Wettscheins separat sieht. Das kann eine echte Selbstübernahme sein, und dann ist es ein Vorteil. Es kann auch eine Quote sein, die den Betrag schon eingerechnet hat, und dann ist es eine Verlagerung auf eine Stelle, an der sie niemand mehr nachrechnet.
Nachvollziehbar ist das nur am Vergleich der Quote selbst. Wer zwei Anbieter nebeneinander auf dieselbe Begegnung setzt, sieht die Differenz sofort; der Werbetext hilft dabei nicht. Ein Quotenvergleich auf demselben Markt, zur selben Minute, sagt mehr über den Umgang mit der Steuer als jede Formulierung auf der Startseite.
Für Werbung gibt es in Deutschland außerdem Regeln, und sie sind bei Sportwetten enger als das, was viele erinnern. Nur Inhaber einer Erlaubnis dürfen werben. Die 06:00-21:00-Sperre gilt für Spielautomaten, Onlinepoker und Onlinecasino — nicht für Sportwetten. Für Sportwetten selbst ist geregelt, dass keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im selben Kanal laufen darf und keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, und dass Affiliates nicht nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz vergütet werden dürfen.
Und die Zahl, die in dieser Debatte am häufigsten geraten wird: Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Norm, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder begrenzt. Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stehen allein in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer eine Aufsichtsbehörde für den Bonus verantwortlich macht, sucht an der falschen Stelle.
Legaler geht es nicht: warum „ohne Steuer“ oft keine Erlaubnis bedeutet
Die Suchanfrage nach Buchmachern ohne Steuer trifft eine Gruppe von Seiten, die offen damit wirbt, dass bei ihnen keine deutsche Steuer anfällt. Technisch ist das wahr. Es fehlt nur etwas anderes.
Was das Gesetz sagt und was es nicht sagt
Wer in Deutschland Sportwetten anbietet, ohne eine deutsche Erlaubnis zu haben, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat dafür keine Bedeutung. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten — im September 2026 etwa mit dem Hinweis auf Platincasino.
Ein Detail wird dabei regelmäßig falsch herum gelesen: Die Steuer trifft auch unerlaubte Anbieter. Eine gezahlte Steuer ist deshalb kein Nachweis einer Erlaubnis. Wer aus der Steuerzeile eines Anbieters auf dessen Zulassung schließt, schließt aus dem falschen Indiz.
Strafrechtlich steht das Anbieten nach § 284 StGB unter Strafe, mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldbuße; die Werbung dafür bis zu einem Jahr. Für die Teilnahme nach § 285 StGB sieht das Gesetz bis zu sechs Monate oder Geldbuße vor. Zur Frage, ob in der Praxis gegen einzelne Spielende vorgegangen wird, ist damit nichts gesagt — weder in die eine noch in die andere Richtung. Wer daraus eine Drohkulisse baut, übertreibt; wer daraus eine Freigabe macht, auch.
Durchgesetzt wird die Erlaubnispflicht über Untersagungsverfügungen, Zahlungssperren und Netzsperren.
Was der Bundesgerichtshof offen gelassen hat
Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger jenes Verfahrens fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück.
Im März 2026 kam Bewegung in die Sache. Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten. Eine Ausnahme sieht er für den Fall, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Für den Leser dieser Seite ist daran weniger die Rechtsfrage spannend als die Rhetorik. Wer heute bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis verliert, hat einen möglichen, keinen sicheren Anspruch auf Rückzahlung. Und dieser Anspruch entsteht nicht aus einem besonderen Schutzniveau des Anbieters, sondern aus dessen fehlender Zulassung. Ein Rückzahlungsanspruch ist kein Merkmal eines guten Buchmachers.
Was auf einer Seite ohne deutsche Erlaubnis fehlt
Auf einer Offshore-Seite gibt es keine Anbindung an OASIS oder LUGAS. Praktisch heißt das: keine bundesweite Sperre, die zieht, und keine gemeinsame Einzahlungsgrenze über alle Anbieter. Wer dort ein Konto eröffnet, ist auf die Selbstbeschränkung der Seite angewiesen. Bei einem Erlaubnisinhaber greift daneben das Limit von 1.000 €, sofern der Nutzer es nicht nachweisbar anhebt — womit dieser Anbieter dann wieder nicht abweicht, sondern das tut, was der Erlaubnisrahmen zulässt.
Auf der Habenseite steht bei Offshore-Anbietern mehr Freiheit: höhere Limits sind dort üblich und ohne Nachweis erreichbar. Das ist ein echtes Argument für einen bestimmten Nutzertyp, und es ist derselbe Mechanismus, der sie im Problemfall allein lässt. Die Freiheit und der fehlende Rückhalt sind nicht zwei Eigenschaften, sondern eine.
Der Gegenpol ist nüchtern. Eine Whitelist-Erlaubnis bedeutet Rechtssicherheit und Spielerschutz. Sie bedeutet auch: 1.000 € Einzahlungslimit im Monat als Regel, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung vor der Auszahlung, Zahlung nur von einem eigenen Konto. Wer das als Gängelung liest, sollte den Preis der Alternative dazulesen: kein OASIS, kein LUGAS, kein deutscher Rechtsweg.
Ein Hinweis zum Geld gehört hierhin, weil er oft mit der Steuer verwechselt wird. Nach § 6b Abs. 4 GlüStV sind Zahlungen nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut zulässig; anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraushält. Und das Guthaben der Spielenden liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird es innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.
Das ist der eigentliche Gegenwert der Erlaubnis, und er steht in keiner Werbung.
Warum eine Whitelist-Seite trotzdem nicht die günstigere sein muss
Die Steuerregel der Erlaubnisinhaber ist strenger als die der Offshore-Seite, aber nicht zwingend teurer. Ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis trägt die Steuer selbst und legt sie in die Quotengestaltung; ein Offshore-Anbieter trägt sie nicht und kann deshalb schmalere Margen fahren. Auf demselben Markt kann die Quote der Offshore-Seite also besser aussehen, obwohl dort niemand geschützt ist.
Genau das ist die Falle in der Suchfrage. Das Kriterium „keine Steuer“ sortiert die Anbieter nicht nach günstigen Preisen, sondern nach der Frage, ob sie sich dem deutschen System entzogen haben. Ob der Preis besser ist, entscheidet sich am Quotenvergleich auf einem konkreten Markt, nicht am Verzicht auf eine Abgabe.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
888sport: die Muttergesellschaft als Bonitätssignal
888sport gehört zum Haus der 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, der Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der auch 888sport zählt; die Aktie notiert seit September 2005 an der London Stock Exchange. Die Whitelist führt für 888sport die 888 Germany Limited als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis, erteilt am 30.06.2021, mit Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.
Über die Steuerbehandlung sagt das nichts. Aus den vorliegenden Bedingungen geht kein Modell der Steuerweitergabe hervor — weder ein Quotenabschlag noch ein Abzug vom Gewinn noch ein ausgewiesener Zuschlag. Wer vor der ersten Wette wissen will, an welcher Stelle die 5,3 % bei dieser Marke landen, findet die Antwort im Wettschein selbst: Der Prüfschritt vor der Bestätigung zeigt Einsatz, Quote und Ergebnis, und dort steht sie oder eben nicht.
Die Börsennotierung ist der eigentliche Unterschied zu den anderen neun Marken in diesem Feld. Fast alle werden hier über eine maltesische Tochter geführt; 888sport hängt an einem Konzern mit Publikumspflichten und einer zwei Jahrzehnte langen Handelshistorie. Für jemanden, der dem Treuhandkonto einer Tochtergesellschaft nicht weiter nachgeht, ist das ein Kriterium — nicht das schärfste, aber ein überprüfbares.
Betano: breite Aufstellung, unklare Steuerzeile
Für Betano.de führt die Whitelist die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis, erstmals erteilt am 19.02.2021, mit Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.
Die Marke fällt im Feld dadurch auf, dass sie nicht als reiner Sportwettenanbieter begonnen hat, sondern mit Casino und Live-Casino groß geworden ist. Wer dort ein Sportwettenkonto eröffnet, sollte die beiden Bereiche gedanklich trennen: Es handelt sich um unterschiedliche Erlaubnisse mit unterschiedlichen Regeln, und die Zahlen dieser Seite gelten für das Sportwettenbuch.
Wer wissen will, wie dieser Anbieter die Steuer handhabt, wirft einen Blick auf den Wettschein vor der Bestätigung — dort steht entweder ein separater Posten oder nicht. Diese direkte Prüfung ist die einzige zuverlässige Auskunft.
Tiptorro: die junge App mit Whitelist-Eintrag
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Auf der Whitelist ist die Torro Tec Limited für Tiptorro.de mit der Sportwetten-Erlaubnis geführt, die erstmals am 30.06.2021 erteilt und am 27.12.2022 mit einer Folgeerlaubnis ergänzt wurde.
Wer über den App Store zu einer Wettplattform kommt, sieht zuerst die Store-Beschreibung und nicht das Regelwerk. Der Whitelist-Eintrag ist hier der Gegencheck, und er ist vorhanden — die Selbstbeschreibung des Anbieters deckt sich mit dem Eintrag, was nicht selbstverständlich ist.
Zur Steuer enthalten die sichtbaren Bedingungen keine Aussage über den Weg der Weitergabe. Der Prüfschritt des Wettscheins bleibt die Stelle, an der man es erfährt.
LeoVegas: das späteste Sportbuch im Feld
Für Leovegas.de ist auf der Whitelist die LVSports Limited als Betreiberin geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023.
Das ist der jüngste Sportwetten-Eintrag der zehn Marken, und die Reihenfolge erzählt die Geschichte: Erst das Automatenspiel, dann das Sportbuch. Eine Marke, die heute Sportwetten anbietet und als Casino groß wurde, hat in der Regel — nicht zwingend — eine andere Herkunft als ein Buchmacher, der ein Sportbuch gebaut und später Spielautomaten ergänzt hat. Für die Steuerfrage ist das gleichgültig; für die Frage, ob sich das Live-Wetten-Angebot wie ein gewachsenes oder wie ein nachgereichtes Produkt anfühlt, ist es das nicht.
Die Bedingungen schweigen zur steuerlichen Abwicklung, weshalb sich hier kein Modell der Weitergabe belegen lässt. Ob und wie die Steuer erhoben wird, zeigt erst der letzte Schritt im Wettschein vor der endgültigen Bestätigung.
AdmiralBet: eine der ältesten Sportwetten-Erlaubnisse im Feld
Auf der Whitelist ist für Admiralbet.de die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und vom 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf der Casino-Domain besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022.
Das Datum 09.10.2020 gehört zum ersten Schub der Erlaubnisse nach dem GlüStV 2021, den mehrere Marken in diesem Feld teilen. Interessanter ist die zweite Folgeerlaubnis vom 29.07.2024, die kein anderer hier vorzuweisen hat. Ein Anbieter, der seinen Erlaubnisrahmen nachzieht, hat sich mit der Aufsicht auseinandergesetzt — für einen Leser ist das ein weiches, aber ein positives Signal.
Und ein Satz zur Selbstverständlichkeit: Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf einer anderen Domain ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln. Sie sagt über das Sportwettenangebot nichts, und umgekehrt ebenso wenig.
Zur Steuer lässt sich auch hier kein Modell belegen, das den benannten Wegen entspricht. Wer es genau wissen will, liest den Wettschein.
bpremium: die Kostenfrage bei der Auszahlung
Für Bpremium.de nennt die Whitelist die Ladbrokes (Deutschland) Limited als verantwortliche Betreiberin; die Erlaubnis für Sportwetten wurde erstmals am 09.10.2020 ausgestellt und am 21.12.2022 durch eine Folgeerlaubnis erweitert.
Bei den Auszahlungsgebühren hängt alles an der gewählten Zahlungsmethode. Bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss nehmen kann.
Wer über Gebühren nachdenkt, sollte die Reihenfolge beachten. Die 5,3 %, um die es hier geht, hängen nicht an der Auszahlungsmethode — sie hängen an der Quote. Die SEPA-Überweisung ist ein Kostenpunkt zweiten Ranges, gemessen an dem, was ein Quotenabschlag über hunderte Wetten kostet. Wer lange bei einem Anbieter bleibt, spart an der Gebühr ein paar Euro und am Abschlag ein Vielfaches davon.
Was die steuerliche Handhabung betrifft, geben die AGB keinen expliziten Weg vor. Die finale Klarheit verschafft auch hier nur der prüfende Blick auf den Wettschein, bevor die Wette endgültig bestätigt wird.
NEO.bet: Erlaubnis mit drei Datumsangaben
Auf der Whitelist ist für NEO.bet die Greenvest Betting Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.
NEO.bet gehört zu den Marken, die seit dem ersten Erlaubnisschub dabei sind. Wer auf diesem Feld vergleicht, stößt auf eine Reihe ähnlicher Daten — 2020, 2021, dann überall Folgeerlaubnisse im Dezember 2022. Die Erklärung ist wenig spannend: Der Erlaubnisrahmen startete, und die Aufsicht hat in einer zweiten Welle nachgezogen. Eine auffällige Kontinuität ist das deshalb nicht; auffällig ist, wenn ein Anbieter mitten in der Zeit eine Erlaubnis verliert, und das ist hier bei keinem der Fall.
Kein Steuermodell ist aus den vorliegenden Bedingungen zu belegen. Der Wettschein im Prüfschritt bleibt die Auskunft.
Sportingbet: die Steuer als Zeile im Regelwerk
Hinsichtlich Sportingbet.de verzeichnet die Whitelist die Sportingbet (Deutschland) Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis, die am 09.10.2020 erteilt und am 21.12.2022 in einer Folgeerlaubnis bestätigt wurde.
Hier ist die Steuerbehandlung belegt, und sie ist die offenste im Feld. Die Wettregeln nennen eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns — also von Einsatz mal Quote — vom Gewinn ein. Der Prozentsatz im eigenen Regelwerk weicht von dem ab, was der Nutzer an anderer Stelle desselben Dokuments findet, und das ist typisch für die Sprache des Anbieters: Es steht dort als Steuer, nicht als Abschlag, und die Bezugsgröße entscheidet über die tatsächliche Höhe.
Die Konsequenz für den Spielenden ist einfach: Der Wettschein zeigt die Steuerposten, der Gewinn kommt um sie gekürzt an. Wer sich darüber ärgert, sollte bedenken, dass dieselbe Belastung bei einem Anbieter mit Quotenabschlag vor der Quotenstellung passiert und dann unsichtbar ist. Offenheit ist hier kein Nachteil, nur eine offene Rechnung.
Sportwetten.de: der Name als Programm und die Zahlungsliste
Bei Sportwetten.de ist auf der Whitelist die NetX Betting Limited eingetragen; sie hält die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19.11.2020, mit einer ergänzenden Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.
Die Markenspezifika liegen hier bei den Zahlungswegen. Als Zahlungsmethoden führt die Plattform Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte von Visa und Mastercard, Banküberweisung, Skrill und Aircash; für alle ist „Keine“ Gebühr und „Sofort“ als Bearbeitung angegeben, mit einem Mindestbetrag von 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet.
Das ist ein praktischer Vorteil, der in der Steuerdebatte untergeht. Die deutsche Regelung verlangt Zahlungen von einem Konto im eigenen Namen; Anbieter, die dazwischen wenige Wege anbieten, machen diesen Formalismus zur Hürde. Zahlungsarten ohne Gebühr und mit sofortiger Bearbeitung sind keine Selbstverständlichkeit und sparen bei jedem Vorgang Geld, das an anderer Stelle durch einen Quotenabschlag wieder verschwindet.
Zur Steuer enthält die Zahlungsübersicht keine Aussage; der Wettschein im Prüfschritt bleibt die Stelle, an der sie sichtbar wird oder nicht.
bwin: die alte Bekanntheit und der blinde Fleck
Für Bwin.de führt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis, erstmals erteilt am 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.
bwin gehört zu den Marken, deren Namen man kennt, bevor man sich mit Wettscheinen befasst hat. Das ist bei der Prüfung ein Nachteil, weil die Bekanntheit von der Prüfung der Bedingungen ablenkt: Wer glaubt, den Anbieter zu kennen, liest den Wettschein nicht. Genau dort entscheidet sich aber, an welcher Stelle die Steuer landet.
Zu einem der benannten Steuerwege findet sich in den vorliegenden Bedingungen keine Angabe. Wer vor der ersten Wette Klarheit will, klickt auf der Plattform in die Wettregeln und in den Prüfschritt — zwei Seiten, fünf Minuten, und danach weiß man, was eine Wette bei diesem Anbieter kostet.
Was bei einer Anbietersuche wirklich zu prüfen ist
Die Reihenfolge der Prüfungen entscheidet darüber, ob der Vergleich etwas bringt, und sie ist kürzer als die Werbeseiten suggerieren.
Zuerst die Whitelist. Ein Name, der dort nicht steht, ist kein Anbieter, dem man sich steuerlich entzieht oder den man steuerlich umgeht. Er ist ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis. Damit ist die Frage nach dem Steuerweg nicht beantwortet, sondern durch eine größere ersetzt.
Dann die eigenen Bedingungen. Ein Blick in die Wettregeln und in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zeigt, ob der Anbieter einen Quotenabschlag nennt, einen Abzug vom Gewinn einräumt oder die Steuer im Einsatz ausweist. Alle drei Wege sind belegt und alle drei sind erlaubt; der Unterschied liegt in der Sichtbarkeit.
Dann der Wettschein vor der Bestätigung. Betway führt die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt als eigenen Posten neben Spielen und Wettsystem. Wer diesen Schritt bei jedem Anbieter einmal bewusst liest, hat die Frage für sich beantwortet, ohne eine Tabelle glauben zu müssen.
Und zuletzt der Quotenvergleich auf demselben Markt. Zwei Anbieter auf dieselbe Begegnung, dieselbe Minute, dasselbe Einzelergebnis. Die Differenz ist das, was von der Steuerdiskussion übrig bleibt.
Wer nach dieser Reihenfolge vorgeht, braucht keine Slogans. Der Rest ist Rechnen, und das ist bei Sportwetten ohnehin der einzige Schritt, der sich lohnt.
Häufige Fragen zur Sportwettensteuer
Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und worauf wird sie berechnet?
Der Satz beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die „Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst“ lautet. Bezogen auf den Betrag, der tatsächlich eingezahlt wird, sind das rund 5,03 %. Die Abgabe fällt seit dem 1. Juli 2012 an und ist im Rennwett- und Lotteriegesetz geregelt.
Wer schuldet die Sportwettensteuer — der Anbieter oder die Spielenden?
Schuldner ist der Veranstalter der Wette. Der Anbieter muss die Abgabe also in jedem Fall abführen. Ob er sie selbst trägt oder über einen Abschlag auf die Quote, einen Abzug vom Gewinn oder einen ausgewiesenen Zuschlag an die Kundschaft weitergibt, steht in seinem Ermessen. Genau daraus entsteht die Werbung mit „0 % Wettsteuer“.
Was bedeutet die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?
Sie bedeutet, dass beim Anbieter kein separater Steuerposten auf dem Wettschein steht. Sie bedeutet nicht, dass keine Steuer anfällt. Der Anbieter kann sie aus seiner Marge zahlen oder in die Quotengestaltung eingerechnet haben — im zweiten Fall ist der Betrag bezahlt, bevor der Wettschein ihn zeigt. Nachprüfbar ist das nur im Quotenvergleich.
Wie wirkt sich ein Quotenabschlag von 5,3 % auf den Gewinn aus?
Bei einem Abschlag auf die Auszahlungsquote sinkt der Gewinn um 5,3 %. Aus 100 € Einsatz zu Quote 2,00 werden 200 € Auszahlung, mit Abschlag 189,40 € und damit 89,40 € Ertrag statt 100 €. Bei einem Abzug von 5 % vom Bruttogewinn bleiben in demselben Beispiel 190 € Auszahlung und 90 € Ertrag.
Warum werben Seiten ohne deutsche Erlaubnis mit Wetten ohne Steuer, und was fehlt dort?
Sie tragen die deutsche Abgabe nicht ab und geben sie deshalb auch nicht weiter — technisch stimmt die Aussage. Es fehlt die Zulassung: keine Anbindung an die Sperrdatei OASIS und die Limitdatei LUGAS, kein deutscher Rechtsweg, kein insolvenzgeschütztes Treuhandkonto nach deutschen Regeln. Höhere Limits sind dort üblich. Das ist zugleich der Vorteil und das Risiko.
Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?
Seit dem 1. Juli 2012. Die Einnahmen aus Sportwetten lagen 2023 bei 409 Millionen Euro und damit 5,2 % unter dem Vorjahr, während sie 2013 noch 189 Millionen Euro betragen hatten. Über zehn Jahre gerechnet entspricht das einem Plus von 116,8 %. Die Lotteriesteuer ist mit rund 1,77 Milliarden Euro der weitaus größere Posten.
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