Freebet ohne Einzahlung 2026 — der Wert einer Gratiswette entscheidet sich in den Bedingungen
*Datenstand: 30. Oktober 2026 — Lizenzangaben abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (Stand 02.10.2026).*
„Gratiswette“ ist das freundlichste Wort, das die Branche für einen Rabatt gefunden hat. Eine Freebet ist kein Geldgeschenk, sondern ein Gutschein mit Kleingedrucktem, und das Kleingedruckte entscheidet, ob am Ende ein Zehner oder nichts dabei herauskommt. Genau daran wird auf den nächsten Abschnitten gemessen, was ein Neukundenangebot wert ist.

Das Mechanische zuerst, weil es die ganze Rechnung trägt: Der Einsatz einer Freebet wird nicht mit dem Gewinn ausgezahlt. Gewinnt eine Wette, die mit Wett-Credits von bet365 abgeschlossen wurde, enthält die Gutschrift den Einsatz der Wett-Credits nicht — die 10 €, die als Guthaben auf dem Wettschein standen, sind weg, ausgezahlt wird nur der Rest. Bei einer Quote von 2,00 bleibt von 20 € Bruttogewinn also 10 € übrig. Das ist keine Betrugsmasche, das ist die übliche Bauart einer Gratiswette. Nur wird sie selten so beworben.
Daneben steht eine zweite Größe, die niemand in einem Werbebanner sieht: der Schlüssel des Marktes. Zwei Quoten von je 1,90 sind keine fairen zwei Wege, sondern einer, auf dem der Veranstalter schon mitverdient. Wie viel, dazu später im Detail.
Feste Regeln dazu, was in Deutschland überhaupt beworben werden darf, gibt es kaum. Die GlüStV 2021 kennt keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus der Höhe nach deckelt oder seine Umsatzbedingungen vorschreibt. Beträge, Umsatz und Mindestquote stammen allein aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters — wer die nicht liest, liest gar nichts.
Was eine Freebet kostet, wenn man sie einlöst
Zuerst die Frage, um die sich der halbe Suchbegriff dreht. Eine echte Freebet ohne jede Einzahlung, bei der ein Konto entsteht und der Spieler nichts einzahlt, ist im regulierten deutschen Markt die Ausnahme. Die Angebote, die den Begriff tragen, sind meist an eine erste Einzahlung gekoppelt, und die eigentliche Gratiswette kommt als Zugabe oder als Erstattung. Wer sich davon nicht täuschen lässt, hat schon halb gewonnen.

Interessanter ist ohnehin, was nach dem Klick passiert. Drei Größen tauchen in fast jeder Aktionsbeschreibung auf — Umsatzbedingungen, Mindestquote, Frist — und jede von ihnen kostet etwas anderes.
- Umsatzbedingungen verlangen, dass ein Betrag mehrfach auf Wetten gesetzt wird, bevor er auszahlbar ist. Bei bpremium etwa müssen Bonusgewinne aus Sportwetten erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung freigespielt werden, und zwar bei Dezimalquoten ab 1,7.
- Die Mindestquote sortiert Wetten aus, die den Umsatz billig erfüllen könnten. Bei Tipwin zählen je Wettschein höchstens 100 €, und nur Wettscheine ab einer Quote von 1,80 zählen überhaupt mit.
- Die Frist entscheidet, ob der Bonus überhaupt existiert. Der Neukundenbonus von Wettstar muss innerhalb von 60 Tagen fünfmal eingesetzt werden — danach verfällt der Bonusbetrag.
Drei Zeilen, drei verschiedene Kosten: Bei bpremium ist es der Umsatz, bei Tipwin die Quote, bei Wettstar die Zeit. Ein Angebot kann in einer Spalte gut aussehen und in der nächsten erledigt sein.
Hinzu kommt die Sportwettensteuer, ein Punkt, der in jeder Bonusfrage auftaucht und fast immer falsch erklärt wird. Sie beträgt 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags). Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, steht nur in dessen eigenen Bedingungen. Auf die Frage, was aus dem Gewinn einer Freebet steuerlich wird, gibt es keine belegbare Antwort; wer es genau wissen will, geht damit zur Steuerberatung.
Ein Aspekt, den kaum ein Banner erwähnt: Was mit dem Guthaben geschieht, wenn die Frist verstreicht. Bei MERKUR BETS muss eine Freebet aus dem MERKUR BETS CLUB innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert und innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt werden. Die Frist läuft also nicht erst ab dem Gewinn, sondern ab dem Tag, an dem der Bonus auf dem Konto liegt. Ein Wochenendtrip ohne Handy, und der Gegenwert ist weg.
Neukundenangebote im Vergleich: Was im Kleingedruckten steht
Die Angebote der zehn Anbieter dieser Auswahl lassen sich nach ihrer Bauart unterscheiden, nicht nach ihrer Schlagzeile. Da sind erstens die klassischen Einzahlungsboni, bei denen Einzahlung und Bonus mehrfach umgesetzt werden müssen. Zweitens die reinen Wett-Credits ohne Einzahlungslogik, deren Gewinn den Einsatz nicht enthält. Drittens die Erstattungen, bei denen eine verlorene Wette als Freebet zurückkommt. Und viertens die Aktionen rund um ein konkretes Ereignis, mit einem Platzierungsdatum, an dem sich alles entscheidet.

Wer die vier Bauarten einmal auseinanderhält, liest jede Aktionsseite schneller und mit weniger Illusionen.
Der strukturelle Unterschied zwischen einem Bonus und einer Gratiswette ist wirtschaftlich der wichtigste. Bei einem Einzahlungsbonus steht Geld auf dem Konto, das der Anbieter unter Bedingungen wieder freigibt — er behält es, bis der Umsatz erfüllt ist. Bei einer Freebet steht ein Gutschein auf dem Konto, dessen Einsatz bei einem Gewinn verschwindet. Aus Sicht des Spielers ist das ein Unterschied wie zwischen geliehenem und geschenktem Geld: Das eine kostet Umsatz, das andere kostet einen Teil des Gewinns.
Dasselbe gilt für die Erstattung. Wer die erste qualifizierende Kombiwette verliert, bekommt bei MERKUR BETS laut Mitteilung vom 14.10.2024 den Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet — vorausgesetzt, vor der Wette wurde die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt. Die Erstattung hängt also an einer Handlung, die vor dem Abschluss der Wette geschieht. Wer sie vergisst, hat keinen Anspruch, und kein Kundenservice holt sie zurück.
Und dann ist da noch die Falle, die keine ist, sondern einfach ein Preis: Beim Willkommensangebot von Winamax zählen Cashout-Wetten und stornierte Wetten nicht zur Umsetzung der Einzahlung. Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, bei einer Mindestquote von 1,05, und die Obergrenze der Umsetzung liegt bei 100 €. Wer vor der Auszahlung eine Wette per Cashout schließt, schiebt den Umsatz also nicht nach vorn, sondern annulliert ihn. Der Cashout-Knopf kostet in diesem Fall den Zugang zum eigenen Guthaben.
Freebet ohne Einzahlung im Test: die Rangliste
Was in den Bedingungen steht, hat unterschiedliches Gewicht. Ein Umsatz von 5x auf einen kleinen Bonus kann teurer sein als ein Umsatz von 1x auf einen großen, und eine Frist von 7 Tagen ist bei einem Gelegenheitswetter etwas völlig anderes als bei jemandem, der ohnehin täglich auf den Wettschein schaut. Aus dieser Perspektive sind die folgenden zehn Anbieter geordnet: nicht nach der Zahl im Banner, sondern danach, was das Kleingedruckte dem Einlösenden abverlangt.
Ein Hinweis vorweg, weil er die ganze Liste betrifft: Alle zehn hier genannten Anbieter führen mit ihrem Sport-Domain einen Eintrag auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, und darin unterscheiden sie sich von einer ganzen Reihe von Namen, die im Umfeld des Suchbegriffs auftauchen und eben diesen Eintrag nicht haben. Wer wissen will, ob ein Anbieter mit einer Freebet-Aktion dort steht, prüft das in der Übersicht der Behörde unter dem Domainnamen — nicht im Impressum und nicht in einer Bewertung.
Überblick: Zehn Anbieter, zehn Erlaubnisse, zehn Geschichten
Wer nach Gratiswetten sucht, landet fast immer über eine Aktionsseite, die mit einem Betrag wirbt. Der Blick auf die Erlaubnis sagt mehr über den Anbieter als der Blick auf den Bonus. Die Übersicht stellt zusammen, wer die Sportwetten unter welcher Domain betreibt, wann die Erlaubnis erstmals erteilt wurde und wo die Umsatzbedingungen liegen, wo sie überhaupt benannt sind.
Alle folgenden Angaben zum Erlaubnisstand beziehen sich auf die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 02.10.2026. Die Whitelist nennt Erteilungsdaten und keine Enddaten; ein Erstdatum sagt nichts über die Laufzeit eines Eintrags. Eine Erlaubnis für Sportwetten sagt im Übrigen nichts über die virtuellen Automatenspiele unter derselben Domain — das sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln.
| Anbieter | Erlaubnisinhaber laut Whitelist | Sportwetten-Erlaubnis seit | Auffälligkeit im Neukundenangebot |
|---|---|---|---|
| Interwetten | Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 | Cash-Out für Freebets und Bonusgeld nicht verfügbar |
| ODDSET | Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 | Erlaubnis vom Regierungspräsidium Darmstadt, Bescheid vom 15.12.2022 |
| Tiptorro | Torro Tec Limited | 30.06.2021 | App-Anbieter nennt die Aufsicht durch die GGL selbst |
| Tipico | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 | über 3.700 € Verluste aus 2013 bis 2018 eingeklagt |
| bpremium | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | 5x Bonus und 5x Einzahlung bei Quoten ab 1,7 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 | Gratiswette auf ein Ereignis mit Platzierungsfrist; keine Umsatzbedingungen |
| MERKUR BETS | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 | 3 Tage zum Aktivieren, 7 Tage zum Nutzen der Freebet |
| LeoVegas | LVSports Limited | 21.10.2024 | Sportwetten-Erlaubnis jünger als die für virtuelle Automatenspiele |
| Bet3000 | I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 | jüngste Erlaubnis der zehn |
| VBet | SCGO Limited | 05.12.2023 | keine Aktionsangaben zu Neukunden in den eigenen Bedingungen |
Die Spanne der Erteilungsdaten reicht von 2020 bis 2026 und erzählt mehr über den Markt als über die Qualität der Angebote. Wer 2020 eine Erlaubnis bekam, hat sie zu einem Zeitpunkt erhalten, als der regulierte Markt gerade erst stand. Wer 2026 dazukam, hat unter dem heute geltenden Regelwerk angefangen. Das ist kein Unterschied im Kundenservice, aber es ist einer in der Erfahrung mit den Meldewegen der Behörde. Bei Bet3000 lohnt der Blick auf die Bedingungen ohnehin genauer, weil das Erstdatum nach dem Stichtag der Lizenzangaben liegt — genau die Konstellation, in der sich Aktionsseiten gern auf ältere Versprechen berufen.
Die Auffälligkeitsspalte ist bewusst nicht die Bonushöhe. Eine Zahl im Banner ist die einzige Angabe, die jeder Anbieter selbst frei wählt, und sie kostet den Leser nichts, weil sie nichts über den Aufwand aussagt. Die Umsatzbedingungen, die Mindestquote, die Frist und der Zeitpunkt der Aktivierung sind die Angaben, die an einem Konto tatsächlich hängen bleiben.
Eine Beobachtung zum Schluss dieser Übersicht: Von den zehn hier gelisteten Domains führen nur einige überhaupt eine Freebet-Aktion im Sinne des Suchbegriffs. Bei den übrigen steht das Sportwettenangebot im Vordergrund und die Neukundenaktion daneben oder dahinter. Wer den Anbieter nicht nach der Aktion, sondern nach dem Angebot auswählt und die Aktion nur mitnimmt, wenn sie passt, entscheidet unter umgekehrtem Vorzeichen — und liegt damit oft besser.
Wann ein Neukundenangebot überhaupt zulässig ist
Die zentrale Prüfung kostet eine Minute und ersetzt jede Bewertung: Wer auf der Whitelist steht, darf werben. Nur Inhaber einer Erlaubnis dürfen nach § 5 Abs. 7 GlüStV für Glücksspiel werben, und nur die auf der Whitelist nach § 9 Abs. 8 geführten Domains dürfen Sportwetten nach deutschem Recht anbieten. Besonders elegant: Eine .de-Endung allein beweist nichts — sie ist kein Prüfmerkmal, nur ein Zeichen. Man muss den Namen in der Liste suchen, nicht das Länderkürzel in der Adresse.
Überwacht wird das von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale), zuständig unter dem GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV und überwacht und ahndet nach § 28a. Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der Behörde. Die Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt, § 4c Abs. 1 — ein Detail, das in der Whitelist nicht abgebildet wird, weil dort nur Erteilungsdaten stehen.
Die Behörde warnt auch selbst. Am 17. September 2026 richtete sie eine ausdrückliche Warnung an Verbraucherinnen und Verbraucher vor der Teilnahme an illegalen Angeboten, als Beispiel genannt Platincasino. Eine solche Warnung ist kein Marketinggag einer Wettbewerbsseite, sondern das, was die Behörde über ein Angebot sagt, das sie nicht für erlaubt hält.
Wichtig dabei: Nur der Eintrag unter der Sportwetten-Erlaubnis trägt Sportwetten. Ein und derselbe Inhaber kann mehrere Erlaubnisse halten — Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker. Jede davon ist eine eigene Erlaubnis mit eigenen Regeln. Wer aus dem Casino-Eintrag einer Domain auf deren Sportwettenangebot schließt, schließt falsch.
Offshore ohne Erlaubnis und ohne deutsche Rückwege
Ohne deutsche Erlaubnis angebotenes Glücksspiel ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Was das praktisch heißt: Wer dort spielt, spielt ohne OASIS, ohne LUGAS und ohne deutsche Rechtsschutzmöglichkeiten, weil diese Systeme nur mit erlaubten Anbietern verbunden sind. Die Kehrseite stimmt ebenfalls: Auf solchen Seiten gibt es kein Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat — und damit auch keinen Schutz gegen den eigenen, zu großen Einsatz.
Die Durchsetzung ist nicht bloß eine Drohung im Gesetzestext. Die Behörde ordnet Verbote an, Zahlungen und Netze werden blockiert, § 9 GlüStV. Strafrechtlich steht auf dem Veranstalten bis zu zwei Jahre oder Geldstrafe, § 284 StGB, auf Werbung bis zu einem Jahr. Auf Teilnehmerseite sieht § 285 StGB bis zu sechs Monate oder Geldstrafe vor; ob in der Praxis einzelne Spieler verfolgt werden, ist nicht belegt — kein Grund zur Panik, aber auch kein Freibrief.
Ein Punkt, der viele überrascht: Auch unerlaubte Anbieter schulden die Sportwettensteuer. Eine bezahlte Steuer ist deshalb kein Lizenznachweis.
Wichtiger für die Praxis sind die zivilrechtlichen Altlasten. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht (Az. I ZR 90/23); der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 hält Generalanwalt Nicholas Emiliou eine Rückzahlungspflicht unlizenzierter Sportwettenanbieter grundsätzlich für möglich, mit einer Ausnahme: Wo Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, greift sie nicht. Ein Urteil steht aus. Wer heute auf einer Offshore-Seite verliert, kann daraus keine automatische Rückzahlungserwartung ableiten — und niemand sollte eine Wette mit dem Gedanken platzieren, sie notfalls zurückzuholen.
Was die Erlaubnis vorschreibt
Wer auf einer Whitelist-Domain spielt, spielt unter Regeln, die über eine reine Formalie hinausgehen. Sie betreffen jede Wette und jede Auszahlung, und sie betreffen Gratiswetten nicht weniger als bezahlte. Die Bandbreite reicht von den zulässigen Wettarten über das Live-Wetten bis zum Zahlungsweg.
Bet- und Kombinationswetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Ereignisse darin sind nach § 21 Abs. 1 GlüStV zulässig, und zwar nur in den Wettarten, die die Behörde erlaubt hat — das Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5. Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 beschränkt: Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis und auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten zulässig, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball geht also, nächster Satz im Tennis ebenfalls, nächster Punkt im Tennis und nächster Korb im Basketball nicht. Ausgeschlossen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung, § 21 Abs. 1a. Esports erkennt die Behörde nicht als Sport an, entsprechend ist es kein lizenzierter Esport-Wettmarkt in Deutschland. Ausgezahlt werden Gewinne erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses.
Bei den Zahlungen gilt § 6b Abs. 4 GlüStV: nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem lizenzierten deutschen Wettmarkt heraushält — kein Anbieterprinzip, sondern Gesetzeslage. Die Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt, § 6b Abs. 6 und 7.
Ein Mindesteinsatz pro Wette ist dagegen im GlüStV nicht geregelt; wer Mindesteinzahlungen und Mindestauszahlungen sucht, findet sie in den Zahlungsbedingungen des Anbieters. Bei Betway etwa liegt die Mindesteinzahlung per Skrill bei 5 € und die Mindestauszahlung bei 10 €, die Auszahlung ist gebührenfrei und wird in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Trustly liest sich dort identisch, mit demselben Mindestbetrag und derselben Gebührenfreiheit. Einzahlungen per Skrill qualifizieren bei Betway übrigens nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus — ein Detail, das den Wert einer Aktion schmälert, je nachdem, wie man einzahlen wollte.
Worauf man beim Einzahlen achten muss
Der Einzahlungsweg ist keine Nebensache, weil die Aktion daran hängen kann und das Geld daran hängt. Bei Betway werden zwei Anbieter in ähnlicher Sprache beschrieben, mit Unterschieden im Kleingedruckten: Bei Trustly wird nur Guthaben ohne offene Bonus-Umsatzbedingung ausgezahlt, auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden und nach vorheriger Trustly-Einzahlung. Wer den Zahlungsweg nach dem ersten Bonus wechselt, findet sein Guthaben also womöglich blockiert, bis der Umsatz steht.
Der zweite Punkt betrifft die Reihenfolge. Bei Tipwin erhalten nur verifizierte Konten den Willkommensbonus; wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Auszahlungen sind dort erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt, und für die Auszahlung müssen alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein. Das ist eine Kette, in der eine einzige vergessene Verifizierung einen zweiten Zahlungsvorgang nach sich zieht.
Ein dritter Punkt betrifft die Flexibilität des eingezahlten Betrags. Bei MERKUR BETS lag die Ersteinzahlung, ab der es die Freebet über 25 € gab, laut Mitteilung vom 14.10.2024 bei 1 €. Bei Wettstar liegt die Mindesteinzahlung für den Einzahlungsbonus von 100 % bis höchstens 20 € ebenfalls bei 1 €. Mehr als 1 € einzuzahlen verbessert dort den Bonus also nicht über die 20 € hinaus — wer mit 50 € einzahlt, bekommt denselben Bonus wie mit 2 € und hat 48 € mehr auf dem Konto, das er vielleicht gar nicht einsetzen wollte.
Gratiswetten ändern nichts am Spielerschutz
Ein Werbebanner mit dem Wort „gratis“ hebt kein Gesetz auf. Altersgrenze, Konto, Limit und Sperrdatei gelten unabhängig davon, wie ein Bonus beworben wird. Wer sich mit einer Gratiswette anmeldet, meldet sich als Spielender an, mit allem, was dazugehört.
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich, § 4 Abs. 3 GlüStV. Ein Konto pro Anbieter ist die Regel, und es gehört vollständig verifiziert, § 6a. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer in dieser Phase gewinnt, gewinnt also auf einem Konto, von dem er nicht abheben kann, bis die Prüfung durch ist.
Das Einzahlungslimit liegt nach § 6c Abs. 1 bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, und 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Absenkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 7 Tagen.
Parallelspiel ist nach § 6h GlüStV verboten und wird über die Aktivitätsdatei überwacht. Das bundesweite Sperrsystem OASIS nach §§ 8, 8a wird bei der Anmeldung und beim Login geprüft. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens 3 Monate gesperrt, ohne Angabe mindestens 1 Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst sofort eine 24-stündige Sperre aus.
Für den Alltag mit einer Gratiswette heißt das: Wer das Konto wegen eines Bonus eröffnet, hat gleichzeitig das Einzahlungslimit des Kalendermonats aufgemacht. Wer im Monat davor noch nicht reguliert eingezahlt hat, hat das Budget noch. Wer bereits woanders 1.000 € eingezahlt hat, stößt beim nächsten Versuch an die Grenze — und die Meldung dazu kommt nicht vom Anbieter, sondern aus dem System. Die Gratiswette ändert daran nichts.
Wenn die Auszahlung am Bonus hängt
Der Moment, in dem sich zeigt, was ein Angebot wirklich war, ist die Auszahlung. Bis dahin ist alles eine Zahl auf einem Bildschirm. Zwei Mechanismen entscheiden dort: ob das Guthaben überhaupt auszahlbar ist und ob der Bonus nicht vorher verfällt.
Der übliche Fall ist die Umsatzbedingung. Bei bpremium müssen Bonusgewinne aus Sportwetten erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Bei Tipwin müssen Einzahlung und Bonus zusammen mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 zählen. Bei Wettstar ist der Bonus selbst nicht auszahlbar, und er muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, innerhalb von 60 Tagen.
Interessant ist der Fall ohne Umsatzbedingungen. Bei Winamax verdoppelt das Willkommensangebot die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, und für die Freebets bestehen ausdrücklich keine Umsatzbedingungen. Das klingt nach der saubersten Lösung im Feld, ist aber nur die halbe Geschichte: Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, Obergrenze 100 €, Mindestquote 1,05, und Cashout-Wetten sowie stornierte Wetten zählen dabei nicht. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Weitere zeitliche Bedingungen bestehen laut Winamax nicht.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie irreführend die Kategorie „ohne Umsatzbedingungen“ sein kann. Sie beschreibt in diesem Fall die Gratiswetten, nicht das eingezahlte Geld. Wer die erste Einzahlung vor der Auszahlung nicht einmal umgesetzt hat, kommt trotzdem nicht an sein Guthaben.
Auch die Auszahlungsregeln selbst lohnen die Prüfung. Bei Sportingbet ist Cash Out nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben. Bei Winamax erlaubt der Cashout die vollständige oder teilweise vorzeitige Beendigung einer Wette bei Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten, ausgezahlt wird aber erst, nachdem alle Auswahlen beendet sind. Nicht möglich ist der Cashout dort bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und bei mit Freebets platzierten Wetten. Bei Interwetten können Cash-Out-Angebote laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktiviert werden, und für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar.
Das Muster ist überall dasselbe: Ein Instrument zur Risikosteuerung fehlt genau dort, wo der Anbieter kein Geld riskiert. Bei einer Wette mit Bonusgeld ist der Cashout der erste Knopf, der verschwindet.
So rechnet man den Wert einer Freebet aus
Bei Angeboten ohne Umsatzbedingungen lässt sich der Wert einer Freebet näherungsweise berechnen, und die Rechnung macht den zentralen Unterschied zwischen Gratiswette und Bonusgeld deutlich. Das Beispiel nutzt einen Markt mit zwei Wegen zu je 1,90 — ausdrücklich ein Rechenbeispiel, keine zitierte Quote eines Anbieters — und eine nominale Freebet über 10 €, deren Einsatz wie üblich nicht ausgezahlt wird.
Zuerst der Auszahlungsschlüssel des Marktes: Er beträgt 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also rund 95 %. Der Rest ist die Marge des Veranstalters, hier etwa 5 % — nicht pro Wette, sondern über beide Wege hinweg, und das ist der Preis, den jede Wette in diesem Markt mitbringt, ob sie gewinnt oder nicht.
Bei einer Quote von 1,90 bringt eine erfolgreiche Zehn-Euro-Wette 19 € brutto. Davon werden laut der Mechanik einer Gratiswette 10 € Einsatz abgezogen, ausgezahlt werden also 9 €. Bei rund 95 % Auszahlungsschlüssel kommt damit ein Erwartungswert von ungefähr 4 € heraus.
Daraus ergibt sich eine Bandbreite statt einer Zahl: Je nach Quote und Markt liegt der durchschnittliche Wert einer 10-Euro-Freebet, deren Einsatz nicht zurückgezahlt wird, bei ungefähr 4 bis 5 €. Bei fair bewerteten Quoten ohne Marge stünde die Wette über 10 €, mit 9 € Abzug und rund 10 % Gewinn über dem Auszahlungsschlüssel. Diese Band, rund 40 bis 50 % des Nominalwerts, ist der eigentliche Ankerwert einer Gratiswette — und sie gilt nur unter der Annahme, dass die Wette zu den genannten Bedingungen platziert wird.
Das ist eine Schätzung über viele Wetten hinweg, keine Zusage für eine einzelne. Wer eine Zehn-Euro-Freebet einmal auf eine Quote setzt, gewinnt 9 € oder gar nichts; der Erwartungswert entsteht erst im Mittel vieler vergleichbarer Wetten. Und natürlich ist keine Quote ein neutraler Messpunkt für Können: Wer die Statistik falsch liest, kann den Wert einer Gratiswette nicht überlisten.
Der Vergleich mit einem Einzahlungsbonus ist der eigentliche Grund für diese Rechnung. Ein Bonus von 50 € mit fünffachem Umsatz verlangt Wetten über 250 €. Bei derselben 5-%-Marktmarge kostet dieses Freispiel im Mittel etwa 12,50 € — rund ein Viertel des Bonusbetrags, und zwar bevor überhaupt eine Wette danebengeht. Wer umgekehrt bei einer Freebet über 50 € nominal mit rund 20 € rechnete, hätte den Wert überschätzt, weil er den beim Gewinn verfallenden Einsatz nicht abgezogen hat. Der häufigste Fehler ist genau der: diesen Abzug zu unterschlagen. Diese Rechnung sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich ein Gewinn ist — sie beschreibt nur, was ein Gewinn wert wäre.
Die zehn Anbieter im Detail
Jedes dieser Angebote steht in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters, und jedes Urteil am Ende eines Abschnitts ist die Einschätzung zu genau den Zahlen darüber. Keine der Erlaubnisangaben nennt ein Enddatum, weil die Whitelist keines führt.
Interwetten: solide Quoten, aber kein Cashout auf Bonusgeld
Der Anbieter trägt mit Interwetten eine Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Inhaber ist die Interwetten Gaming Limited, erteilt am 02.11.2020, mit Folgeerlaubnis am 27.12.2022. Ein Erlaubnisinhaber steht hier für den regulierten Markt — und damit in einer anderen Kategorie als Namen, die ohne Eintrag werben.
Deutlich weniger erfreulich als die Erlaubnis liest sich die Behandlung von Bonusguthaben. Interwetten kann Cash-Out-Angebote laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren, und für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar. Wer die Werbevokabel „flexibel“ in einem Sportwettenkontext hört, kann an dieser Stelle nachsehen, was sie unter Bonusgeld bedeutet — die vorzeitige Beendigung einer Wette bleibt bei diesem Anbieter dem Konto mit eigenem Geld vorbehalten.
Bedeutsamer als die Erlaubnis wird in der Praxis die Frage, wann ein Freebet-Guthaben überhaupt als auszahlbares Guthaben gilt. Wer genau dann Geld braucht, wenn eine Wette spannend wird, ist hier auf der falschen Seite. Für jemanden, der Wettscheine ohnehin bis zum Ende laufen lässt, ist der Verzicht auf den Cashout dagegen kein Verlust, sondern eine Selbstbeschränkung, die ohnehin passt.
ODDSET: staatlich geprägte Wurzeln, ein Sonderweg bei der Erlaubnis
Bei ODDSET ist die Erlaubnisgeschichte eine andere als bei allen übrigen hier. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale). Damit trägt ODDSET keine Erlaubnis, die man nur unter dem Domainnamen in der Liste sucht, sondern eine mit einer klassischen deutschen Genehmigungsbehörde im Erteilungsweg.
Ein Vorteil für den Spielerschutz ergibt sich daraus aber nicht automatisch. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass hier Bonusbedingungen lockerer wären als bei anderen. Was für ODDSET spricht, ist eine eigentümliche Verbindung: Die stationären Wurzeln und die Online-Erlaubnis kommen aus einer Hand. Wer Wettscheine früher im Laden abgegeben hat, erlebt hier eine gewisse Kontinuität — die sich in Bedingungen ausdrückt und nicht in einem besonderen Bonus.
Für eine Gratiswette ist der Anlass damit unspektakulär. Wer bei ODDSET einsteigt, steigt nicht wegen der Aktion ein, sondern wegen der Herkunft und weil der Anbieter fest auf dem regulierten Markt steht.
Tiptorro: die App, die selbst auf die Aufsicht verweist
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Auf der Whitelist trägt die Torro Tec Limited die Sportwetten-Erlaubnis für Tiptorro, erteilt am 30.06.2021, mit Folgeerlaubnis am 27.12.2022.
Ein Anbieter, der im App-Store-Text freiwillig die Aufsichtsbehörde nennt, wählt eine ungewöhnlich nüchterne Sprache. Das ist kein Beweis für bessere Bedingungen — aber es ist ein Signal, dass der Regulierungsstatus hier nicht als Fußnote behandelt wird.
Praktisch bleibt die Frage, ob die App denselben Konto- und Verifizierungsweg erfordert wie die Website. Sie tut es, weil das nicht am Anbieter liegt, sondern am Regelwerk mit dem Konto pro Anbieter und der vollständigen Verifizierung nach § 6a GlüStV. Wer sich für eine Gratiswette in der App registriert, registriert ein vollwertiges Konto, und die 72-Stunden-Frist bis zur Verifizierung beginnt mit ihr.
Tipico: die Altfälle hängen am Namen
Tipico ist mit einer Erlaubnis auf der Whitelist, Inhaber ist die Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta, erteilt am 09.10.2020, Folgeerlaubnis am 09.12.2022. Gegründet wurde das Unternehmen 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle.
Der Name steht aber auch für einen der aufwendigsten Rechtsstreitigkeiten des Marktes. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 die Vorlagefrage gestellt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Ausgang der Rechtssache C-530/24 ist offen. Für Neukunden heute ist das kein Ausschlussgrund — die Erlaubnis steht auf der Whitelist, und die beanstandeten Jahre liegen vor dem regulierten Markt —, aber es ist ein Kontext, den eine reine Aktionsbeschreibung nie zeigt.
Wer heute bei Tipico eine Gratiswette einlöst, löst sie unter dem aktuellen Regelwerk ein. Der Name steht dennoch für einen Anbieter mit einem über Jahre gewachsenen Altbestand, und das lässt einen Bonus dort nicht besser oder schlechter werden.
bpremium: der Anbieter mit der schwersten Umsatzlast des Feldes
bpremium führt seine Sportwetten-Erlaubnis unter bpremium auf der Whitelist, Inhaber ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited, erteilt am 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis am 21.12.2022.
Die Bedingungen sind dagegen die ungemütlichsten in dieser Zusammenstellung. Bonusgewinne aus Sportwetten können laut Nutzungsbedingungen erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Wer die Rechnung des vorigen Abschnitts im Kopf hat, erkennt sofort, worum es hier geht: Der Umsatz wird auf zwei Größen gleichzeitig erhoben, Bonus und Einzahlung, und die Mindestquote von 1,7 schließt die billigen Wege zum Umsatz aus.
Aus Sicht der Kostenrechnung ist bpremium damit der ungünstigste Einstieg im Feld, jedenfalls für ein Konto, dessen einziges Ziel die schnelle Auszahlung eines Bonusgewinns ist. Wer den Anbieter ohnehin regelmäßig nutzt und den Bonus als Zugabe nimmt, verliert weniger — aber er verliert mehr als bei einem Angebot mit einem einfachen Faktor auf nur eine Größe.
bet-at-home: eine Gratiswette mit Kalender
Auch bet-at-home steht mit bet-at-home auf der Whitelist, Inhaber ist die Bet-at-home.com Internet Limited, Erlaubnis vom 02.11.2020, Folgeerlaubnis am 22.12.2022.
Der Anbieter hatte eine der wenigen echten Gratiswetten im Feld, und sie hing an einem Ereignis. Die 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 registrierten; die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden, und Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Eine Gratiswette ohne Umsatzbedingungen ist selten genug, um sie zu erwähnen — der Haken liegt hier nicht im Umsatz, sondern im Kalender.
Das ist bezeichnend für die Gattung: Die lukrativsten Aktionen sind die, die man am schwersten finden kann. Wer sich zwei Wochen nach dem Schlusstermin registriert, liest dieselbe Beschreibung und wundert sich, warum nichts passiert. Wer zum richtigen Zeitpunkt da war, hatte die sauberste Kategorie des Feldes, ohne Umsatz und ohne Mindestquote.
MERKUR BETS: kurze Fristen, dafür ein Boost mit Stufen
MERKUR BETS trägt die Erlaubnis für MERKUR BETS seit dem 06.11.2023, Inhaber ist die Merkur Bets Malta Limited — das jüngste Erstdatum unter den Anbietern, die 2023 oder früher dazukamen.
Bei den Neukundenbedingungen ist das Muster des Anbieters eine enge Taktung. Laut Mitteilung vom 14.10.2024 bot MERKUR BETS bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €; verliert die erste qualifizierende Kombiwette, wird der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Auch die Freebet aus dem MERKUR BETS CLUB lebte von Fristen: Aktivierung innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“, Nutzung innerhalb von 7 Tagen, sonst Verfall; zulässig waren nur Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten ausdrücklich nicht.
Auf der anderen Seite gibt es die Kombi-Boost-Staffel, die ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn gibt: 5 % bei fünf Auswahlen, je weitere Auswahl 1 Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, mit einer Mindestquote von 1,21 je Auswahl. Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt. Der Wert dieses Instruments steigt also mit der Zahl der Auswahlen — und die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende eine davon die Kombiwette kippt, steigt mit ihr deutlich schneller. Bei einer mit Freebet platzierten Wette ist bei MERKUR BETS außerdem kein Cashout möglich, der Gewinn wird um den Freebet-Einsatz gekürzt, und für Wetten mit Quotenboost gilt die Freebet nicht. Zwei Extras, die sich in dieser Kombination gegenseitig ausschließen: wer die Freebet nutzt, verliert den Boost; wer den Boost nutzt, verliert die Freebet.
Der Anbieter arbeitet mit dem dichtesten Zeitplan der zehn. Wer das Konto ohnehin täglich öffnet, hat damit kein Problem. Wer sich für eine Gratiswette anmeldet und dann drei Wochen nicht hineinschaut, verliert sie, ohne je eine Wette platziert zu haben.
LeoVegas: älter im Casino als im Sportwettmarkt
LeoVegas steht auf der Whitelist mit der LVSports Limited als Betreiberin von LeoVegas, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023 — das jüngste Sportwetten-Erstdatum unter den Anbietern mit Zulassungsjahr 2023 oder früher.
Der Unterschied in den Daten ist der aussagekräftigste Punkt bei diesem Anbieter. Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist älter als die für Sportwetten, was zeigt, wo das Unternehmen zuerst auf dem deutschen Markt aktiv war. Wer über eine Casino- oder Slots-Seite auf den Namen aufmerksam wird, findet dort eine andere Erlaubnis als unter der Sportwetten-Domain — und beide gelten getrennt.
Für Sportwetten heißt das ein vergleichsweise kurzes Bestehen in diesem Marktsegment. Wer auf ein eingespieltes Sportwettprogramm mit langer deutscher Tradition setzt, ist hier nicht am richtigen Platz. Für ein Konto, das von einer Casino-Domain kommt und den Sportwettenteil mitnimmt, ist der Anbieter dagegen ein naheliegender Schritt.
Bet3000: die jüngste Erlaubnis im Feld
Bet3000 führt die GGL mit der I.B.C. Sportsbetting Limited als Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000, mit Sitz in Sliema auf Malta. Die Erlaubnis ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet — das jüngste Datum in dieser Zusammenstellung.
Für einen Neukunden bedeutet das wenig Spektakuläres, aber eines mit praktischer Relevanz. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis so frisch ist, baut sein Aktionsprogramm typischerweise neu auf. Die verbindlichen Bedingungen stehen in den eigenen Nutzungsbedingungen des Anbieters, und zwar in der aktuellen Fassung.
Wer sich dafür entscheidet, sollte den Kalender der Aktion selbst prüfen, statt ihn aus einer Beschreibung zu übernehmen. Das ist keine Übertreibung, sondern die Konsequenz aus der Marktmechanik — und die Kosten eines Anbieters, der sein Angebot noch justiert, trägt im Zweifel der Neukunde, nicht das Marketing.
VBet: lizenziert und trotzdem kein Bonusheft
VBet steht mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist, Inhaberin der SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion, Portomaso, St. Julian’s auf Malta, Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023.
VBet ist in dieser Liste der Anbieter, bei dem sich wenig zu Neukundenaktionen findet, und das ist ein Umstand, den man als Leser aushalten können muss, ohne daraus ein Versäumnis zu machen. Wer ein Konto bei VBet eröffnet, sollte sich vorher in den eigenen Bedingungen selbst ein Bild von den aktuell geltenden Neukundenregeln machen.
Interessanter als das Aktionsprogramm ist bei diesem Anbieter die Zeitachse: eine Erlaubnis aus dem Dezember 2023 und damit älter als die von LeoVegas, aber jünger als die Marktzulassungen der ersten Reihe. Wer die Liste nach Reife sortiert, sieht hier eine mittlere Position, für die es keinen Grund gibt, um ein Aktionsversprechen zu bauen. Die nüchterne Variante bleibt die richtige: Wer ihn wählt, wählt ihn für das Sportwettenangebot, nicht für eine Neukundenaktion.
Wo der Weg zum Bonus endet
Zwei Regeln fallen aus jeder Kostenbetrachtung heraus, weil sie keine Bedingungen sind, sondern Grenzen. Die erste ist die Kontoschließung: Bei Schließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt, § 6b Abs. 6 und 7. Wer sich sperren lässt, verliert also nicht das Guthaben — aber einen offenen Bonus verliert er, weil der Umsatz dann nicht mehr erfüllt wird.
Die zweite ist die Sperrdatei. Wer sich selbst sperrt und einen Zeitraum nennt, ist mindestens 3 Monate gesperrt, ohne Angabe mindestens 1 Jahr, und die Sperre wird bei Anmeldung und Login geprüft. Eine Gratiswette kann diesen Mechanismus nicht umgehen, und sie sollte es auch nicht versuchen.
Auf der Habenseite steht die finanzielle Trennung: Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Das betrifft die Bonussumme nicht, die bis zur Auszahlung das Geld des Anbieters ist. Es betrifft aber alles, was ein Spieler aus eigenem Guthaben überweist.
Kein Urteil über einen Anbieter ersetzt die Einsicht, dass Wetten trotz jeder Freebet ein Spiel mit negativem Erwartungswert bleiben. Der Markt sieht es an jedem Preis; niemand sieht es an seinem Konto.
Häufige Fragen zu Freebet ohne Einzahlung
Gibt es eine Freebet ohne Einzahlung bei einem lizenzierten Anbieter in Deutschland?
Ja, aber sie ist selten. Die meisten Angebote im regulierten Markt verlangen eine erste Einzahlung; eine Gratiswette kommt dann als Zugabe oder Erstattung. Ein echtes Angebot ohne jede Einzahlung ist die Ausnahme, und es ist an ein Ereignis und einen Registrierungszeitraum gebunden.
Wird der Einsatz einer Freebet zusammen mit dem Gewinn ausgezahlt?
Nein. Bei einer Gratiswette wird der Einsatz bei einem Gewinn nicht zurückgezahlt — so bewirbt bet365 seine Wett-Credits ausdrücklich. Eine erfolgreiche 10-Euro-Wette auf Quote 1,90 bringt 19 € brutto, abzüglich des Einsatzes von 10 € bleiben 9 €. Das ist der entscheidende Unterschied zu eigenem Geld auf dem Wettschein.
Was bedeuten Umsatzbedingungen und Mindestquote bei einer Gratiswette?
Sie legen fest, unter welchen Umständen Bonusguthaben auszahlbar wird. Umsatzbedingungen verlangen, dass Beträge mehrfach auf Wetten gesetzt werden — bei bpremium das Fünffache von Bonus und Einzahlung. Die Mindestquote schließt zu niedrig bepreiste Wetten aus; bei bpremium liegt sie bei 1,7, bei Tipwin bei 1,80.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf einen Freebet-Gewinn aus?
Die Steuer bemisst sich nach §§ 17, 18 RennwLottG aus dem Einsatz ohne die Steuer selbst und beträgt rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter, nicht vom Wettenden. Ob und wie sie weitergegeben wird, regelt jeder Anbieter in seinen eigenen Bedingungen. Was aus einem Gewinn steuerlich folgt, klärt die Steuerberatung.
Woran erkennt man, ob ein Anbieter mit Freebet-Aktion auf der Whitelist steht?
Nur am Eintrag in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Eine .de-Endung beweist nichts. Zu prüfen ist der Domainname in der Übersicht der erlaubten Anbieter — und nur der Eintrag unter der Sportwetten-Erlaubnis gilt, nicht ein Casino- oder Poker-Eintrag desselben Inhabers.
Welche Fristen gelten bis zur Platzierung einer Freebet, und was geschieht danach mit dem Guthaben?
Fristen sind unterschiedlich und kurz. Bei MERKUR BETS muss eine Freebet aus dem MERKUR BETS CLUB innerhalb von 3 Tagen aktiviert und innerhalb von 7 Tagen genutzt werden, sonst verfällt sie. Bei Wettstar muss der Neukundenbonus innerhalb von 60 Tagen fünfmal eingesetzt werden, danach verfällt der Bonusbetrag.
Bonus – Sportwetten-Tipps
Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten-Tipps»
